Macau: Casino-Schließungen könnten Wirtschaft für Monate bremsen

Veröffentlicht am: 10. Februar 2020, 12:48 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. Februar 2020, 12:48 Uhr.

Nachdem Macaus Regierung wegen des Coronavirus in der vergangenen Woche die temporäre Schließung aller Casinos in der Stadt angeordnet hat, hat sich der lokale Glücksspiel-Handelsverband Macau Gaming Manufacturers Association (MGEMA) nun erstmals zu den möglichen Folgen geäußert. Laut MGEMA könnte die Industrie bis zu drei Monate benötigen, um sich von der Maßnahme zu erholen.

Die Skyline von Macau
In Macau haben derzeit 23 Casinos geschlossen. (Quelle: pxhere)

Die Casinos von Macau sind am 5. Februar 2020 für einen Zeitraum von 15 Tagen geschlossen worden. Die politische Führung versucht mit dem Schritt die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

So beeinflusst der Coronavirus Macau

Laut Behördenangaben haben sich in der asiatischen Glücksspielmetropole bislang 10 Personen mit der Krankheit infiziert (Stand 09. Februar 2020). Infolge der Ausbreitung des Virus haben 23 Casinos vorrübergehend den Betrieb eingestellt. Die Casino-Betreiber der Stadt haben 25 Millionen USD gespendet, um Maßnahmen gegen Neuinfektionen zu fördern.

Glücksspiel-Zulieferer rechnen mit langsamer Erholung

Nur wenige Tage nach den Casino-Schließungen zeichnet sich ab, dass die Glücksspiel-Industrie Macaus durch den Coronavirus nicht nur kurzfristig finanziell unter Druck geraten, sondern längerfristig wirtschaftliche Schäden erleiden könnte.

In einem Newsletter des Branchenverbandes MGEMA, zu dem mehr als 120 Glücksspiel-Zulieferer gehören, heißt es:

„Nachdem der Ausbruch unter Kontrolle ist und die Visabeschränkungen [für Macau] aufgehoben wurden, wird es höchstwahrscheinlich mindestens drei Monate dauern, bis die Spielebranche wieder auf Kurs ist. Das gesamte laufende Geschäft wird sich aufgrund der Schließung der Casinos verlangsamen (…).“

Obgleich die Schäden durch die MGEMA nicht zahlenmäßig benannt wurden, könnten sich diese auf einen dreistelligen Millionenbetrag belaufen.

Allein der Glücksspiel-Betreiber Wynn Resorts, dem mehrere Einrichtungen in Macau gehören, verliert nach eigenen Schätzungen 2,4 bis 2,6 Millionen USD täglich durch die Casino-Schließungen.

Hoffnung auf Besserung zum Ende des Jahres

Wie die Wirtschaftsanalysten von Sanford C. Bernstein vergangene Woche meldeten, könnten die Glücksspielbetreiber und Zulieferer aber trotzdem eine positive zweite Jahreshälfte verbuchen.

Hierfür sei maßgeblich, dass der Coronavirus rasch eingedämmt werde. Sollte dies geschehen, würden die Casinos womöglich wieder einen großen Nachholbedarf an Wartungsarbeiten und Neugeräten haben.