Britischer Glücksspiel­verband will Minderjährige besser vor Glücksspiel-Werbung schützen

Veröffentlicht am: 27. August 2020, 12:32 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 1. Oktober 2020, 08:00 Uhr.

Der britische Glücksspielverband Betting and Gaming Council (BGC) hat eine Reihe neuer Maßnahmen angekündigt, die den Schutz von Minderjährigen vor Glücksspiel-Werbung verbessern sollen. Dies hat der Verband heute auf seiner Webseite bekannt gegeben [Seite auf Englisch].

Kinder mit Laptop
Der Verband will Kinder und Jugendliche vor Glücksspiel-Werbung schützen (Flickr: „IT Family“ by Ed Ivanushkin, licensed under CC BY-SA 2.0)

Erst am Mittwoch hatte die britische Werbeaufsicht Advertising Standards Authority (ASA) berichtet, dass viele Online-Glücksspielanbieter in ihrer Werbung gegen den Jugendschutz verstießen.

Den neuen Regelungen zufolge sollen alle Verbandsmitglieder sicherstellen, dass Werbung in den sozialen Netzwerken ausschließlich Nutzern ab 25 Jahren angezeigt wird. Ausnahmen bilden nur solche Seiten, die Werbung explizit für Nutzer ab 18 Jahren erlauben.

Werbeanzeigen, die in Suchmaschinen erscheinen, müssen zudem deutlich machen, dass es sich um Angebote für Volljährige ab 18 Jahren handle. Die Anzeigen selbst müssen Botschaften zum verantwortungsbewussten Glücksspiel enthalten.

YouTube-Nutzern darf Glücksspiel-Werbung nur dann angezeigt werden, wenn sie ihr Alter über ihren Account verifiziert haben.

Zur Förderung von sicherem Glücksspiel sollen BGC-Mitglieder ihre Kunden darüber hinaus über ihre Twitter-Konten regelmäßig zu verantwortungsvollem Spielen auffordern.

Weitere Maßnahmen des BGC umfassen:

  • Verbot von Glücksspiel-Werbung bei Live-Sportübertragungen
  • 20 % der TV- und Radio-Werbung muss auf verantwortungsvolles Glücksspiel hinweisen
  • Pausen bei Automatenspielen
  • Förderung von Einsatzlimits
  • Neue Identitäts- und Altersprüfungen
  • Erhöhung der Investitionen in Forschung, Aufklärung und Behandlung

Die neuen Vorgaben sind fortan in der sechsten Ausgabe des Branchencodes für sozial verantwortliche Werbung enthalten und sollen am 1. Oktober in Kraft treten.

Entschlossen für höhere Werbestandards

Für BGC-Chef Michael Dugher unterstreiche die Verschärfung die Entschlossenheit des Verbandes, die Standards für Glücksspiel-Werbung stetig zu verbessern:

BGC-Mitglieder haben eine Null-Toleranz-Haltung gegenüber Wetten unter 18 Jahren. Von den Anforderungen für sicherere Glücksspiel-Botschaften bis hin zu Einschränkungen der YouTube-Werbung zeigt dieser neue Code, wie ernst wir vom BGC unsere Verantwortung als Vertreter regulierter Wetten nehmen.

Der BGC fordert zudem die Regierung auf, bei der Bekämpfung von illegalen Anbietern mit dem BGC zusammenzuarbeiten. Der Verband hoffe, dass die bevorstehende Überarbeitung der Glücksspielgesetzgebung weitere Verbesserungen der Standards enthalten werde.