Studie: Britische Fans gegen Glücksspiel-Werbung auf Fußballtrikots

Veröffentlicht am: 12. Oktober 2020, 01:14 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 12. Oktober 2020, 01:45 Uhr.

Ein Drittel der britischen Fußballfans würde kein Trikot ihres Fußballvereins kaufen, wenn auf diesem Werbung für einen Glücksspiel-Anbieter abgedruckt ist. Dies geht aus einer von der britischen Coalition Against Gambling Ads (CAGA) und der Kampagne Clean Up Gambling [Seite auf Englisch] in Auftrag gegebenen Studie hervor.

Fußballspieler
Ein Großteil der britischen Fußballfans lehnt Glücksspiel-Werbung auf Trikots ab. (Flickr: „DSC07020” by Jon Candy, licensed under CC BY-SA 2.0)

Im Rahmen der vom Marktforschungsunternehmen Survation durchgeführten Studie seien 1.006 Fußball-Fans befragt worden.

Während ein Drittel der Befragten kein Trikot mit Glücksspiel-Werbung kaufen würde, unterstütze fast die Hälfte der Studienteilnehmer ein gänzliches Verbot von Glücksspiel-Werbung auf Fußballtrikots.

Zwei Drittel der Befragten hätten zudem angegeben, dass die bisherigen Maßnahmen der zuständigen Behörden gegen Glücksspiel-Werbung nicht ausreichten. Das Ausmaß der Werbung durch Glücksspiel- und Sportwetten-Anbieter im Fußball sei zu groß, so zwei Drittel der Teilnehmer.

Clean Up Gambling-Chef Matt Zarb-Cousin kommentierte:

Die Regierung hätte die Unterstützung von Fußballfans, wenn sie sich entscheiden würde, gegen Glücksspielwerbung vorzugehen, und die Vereine würden von einem Anstieg der Trikotverkäufe profitieren.

Kommt ein Glücksspiel-Werbeverbot im britischen Fußball?

Der Zeitung The Guardian zufolge zeigten die Studienergebnisse, dass Fußball-Sponsoring durch Glücksspiel-Anbieter in Großbritannien zunehmend kritisch gesehen werde.

Auch in der Politik regte sich zuletzt ein erhöhtes Engagement für die Durchsetzung eines Werbeverbots für Glücksspiel-Anbieter im Fußball.

So hatte sich zuletzt unter anderem die Gruppe Peers for Gambling Reform im britischen Oberhaus für die Abschaffung von Glücksspiel-Werbung eingesetzt. Zuvor hatte sich bereits die parteiübergreifende Gambling Related Harm All Party Parliamentary Group für ein Sportwetten-Werbeverbot auf Fußballtrikots stark gemacht.

Ermutigt von den jüngsten politischen Entwicklungen hatten die britischen Glücksspiel-Kritiker Big Step und Gambling with Lives kürzlich einen Protestmarsch gegen Glücksspiel-Werbung im Fußball veranstaltet.

Trotz des Gegenwinds werben 26 der 44 Top-Teams des englischen Fußballs weiterhin für einen Glücksspiel-Anbieter auf ihren Trikots. Erst im August hat etwa Leeds United einen Sponsorenvertrag mit dem Wettanbieter SBOTOP abgeschlossen. Im Juli hatte zudem Newcastle United seine Zusammenarbeit mit dem Anbieter Fun88 verlängert.

Es bleibt nun abzuwarten, ob die Erkenntnisse der Studie und die jüngsten Wortmeldungen aus der Politik ein Verbot von Sportwetten-Werbung auf Fußballtrikots bewirken werden.