Britischer Glücksspiel­verband fordert Ombuds­stelle für Kunden­beschwerden

Veröffentlicht am: 6. Juli 2021, 12:10 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 6. Juli 2021, 12:45 Uhr.

Der britische Glücksspielverband Betting and Gaming Council (BGC) hat von der Regierung die Einrichtung einer Ombudsstelle für das Glücksspiel gefordert. Diese solle sich nach Willen des BGC [Seite auf Englisch] um die einheitliche Beilegung von Kundenbeschwerden kümmern.

London Big Ben
Der BGC fordert eine Ombudsstelle von der Regierung. (Bild: Pixabay/Piero Di Maria)

Es bestünden in der Branche zwar bereits Einrichtungen, die sich um Annahme und Klärung der Beschwerden von Spielern kümmerten, eine verantwortliche behördliche Stelle solle jedoch für einheitliche Prozesse im Glücksspielwesen sorgen, so der BGC. Ziel sei, die Kundenkritik besser zu bearbeiten und damit für ein gestärktes Vertrauen zu sorgen.

Die Forderung sei Ausdruck des Wunsches des BGC, bei der anstehenden Neuregulierung des Glücksspiels in Großbritannien aktiv mitzuwirken. Der Verbandsvorsitzende Michael Dugher erklärte in einem Statement:

Dies ist ein weiterer Beweis für die Entschlossenheit des BGC, die Standards in der regulierten Wett- und Glücksspielbranche voranzutreiben. Wir hoffen, dass die Regierung unsere Forderungen nach der Einrichtung eines Ombudsmanns für Glücksspiele so bald wie möglich nach Abschluss der Glücksspielüberprüfung, die wir nachdrücklich unterstützen, positiv bewerten wird.

Der Verband und seine Mitglieder sähen die Notwendigkeit eines Wandels des Geschäftsgebarens der Branche ein. Eine neue, für das Glücksspiel zuständige Ombudsstelle sei ein Schritt in die richtige Richtung, um Kundenanliegen besser zu berücksichtigen.

Verpflichtende Einbindung der Ombudsstelle?

Dugher schlug zudem vor, dass sich sämtliche Betreiber von Wettbüros, Spielcasinos und -hallen sowie Online-Anbieter dazu verpflichten müssten, den Maßgaben der neuen Ombudsstelle Folge zu leisten.

Der Vorschlag kommt in einer Zeit, in der das Glücksspiel in Großbritannien vor einer grundlegenden Neuregulierung steht. Ähnlich wie in Deutschland, wo am 1. Juli der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft trat, wird auch auf den britischen Inseln über eine neue Gesetzgebung diskutiert. Zu den wichtigsten Punkten zählt die effiziente Regulierung des Online-Glücksspiels, das in dem seit 2005 geltenden Gambling Act nicht ausreichend Beachtung findet. Darüber hinaus soll der Spielerschutz erheblich verbessert werden.

Unterstützung erhält Dugher vom Glücksspielkonzern Entain. Der Kundenfokus sei Kern des Geschäfts, so dessen für Großbritannien und Irland verantwortlicher Direktor Conor Grant.

Neben dem Angebot eines hervorragenden Spielerlebnisses seien stabile Maßnahmen zum Schutz der Spieler unumgänglich. Aus diesem Grund unterstütze Entain die Forderung nach einer neutralen Schiedsstelle ausdrücklich.