Online Glücksspiel in China besonders von Betrug betroffen

Veröffentlicht am: 8. Januar 2020, 02:16 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 8. Januar 2020, 03:12 Uhr.

Online Glücksspiel zählt in China zu den am meisten von Betrug betroffenen Branchen. Wie die Tageszeitung South China Morning Post [Seite auf Englisch] berichtet, seien sowohl die Anzahl der Betrügereien sowie die pro Kopf erlittenen Verluste stark angewachsen.

Polizei China
Chinas Polizei geht gegen Online Betrug vor (Bild: Pxhere)

Die Zeitung veröffentlichte am Mittwoch die Studie der Agentur Qihoo. Demnach sei das Glücksspiel eine der zwei am stärksten mit Online Betrug konfrontierten Branchen. Daneben würde vor allem die Finanzbranche von den online verübten Betrugsvergehen in Mitleidenschaft gezogen.

Technologische Entwicklung wichtiger Grund für Betrug

Die Verfasser der Studie machen die rasante technologische Entwicklung für die wachsende Kriminalitätsrate im Onlinebereich verantwortlich. Im Zuge vieler sich immer stärker ins Internet verlagernder Tätigkeiten würden Kriminelle kontinuierlich neue Wege entwickeln, um die Bevölkerung zu betrügen.

Die chinesische Regierung versucht, mit aller Macht gegen den Internetbetrug vorzugehen. Aus diesem Grund startete das Ministerium für öffentliche Sicherheit im vergangenen Juni unter dem Titel „Schwert in der Wolke“ eine Anti-Betrugs-Kampagne. Auf diese Weise waren bis zum Ende des Jahres knapp 100.000 Verdächtige wegen des Verdachts auf Telefon- und Internetbetrug verhaftet worden.

Für die Studie wurden 15.000 Fälle von Betrug ausgewertet. Jeweils rund 10 % davon seien über die in China populären Messenger-Apps WeChat und QQ erfolgt.

Daneben erfreuten sich Live-Streams bei den Betrügern wachsender Beliebtheit. Die Studie zeigt, dass sie dort vor allem mit falschen Versprechungen und gefälschten Angeboten auf Kundenfang gingen.

Verluste pro Kopf wachsen rasant

Mit 3.314 der ausgewerteten 15.000 Vergehen führt der Finanzbereich die Statistik an. Im Zuge des 2018 erfolgten Booms bei Kryptowährungen hätten sich die pro Kopf erlittenen Verluste in diesem Sektor vervielfacht. So seien diese innerhalb von nur fünf Jahren um das 10-Fache angewachsen.

Gerade bei Männern sei das Glücksspiel am zweithäufigsten von Betrug betroffen, so die Verfasser. Auch hier würden die Kriminellen auf Apps, Live-Streams und Fake-Webseiten zurückgreifen, um ihre Opfer zu ködern.

Die wachsende Onlinekriminalität hat dazu geführt, dass Internetangebote wie WeChat inzwischen dazu übergegangen sind, Transaktionen für Erwachsenenunterhaltung einzuschränken.

Allerdings zeigen die steigenden Kriminalitätszahlen in diesem Bereich, dass weitere Maßnahmen nötig sind, um den Betrügern wirksam das Handwerk zu legen.