Geschlossene Spielbanken: Bayerische Gemeinden müssen mit hohen Verlusten rechnen

Veröffentlicht am: 11. Mai 2020, 02:39 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 11. Mai 2020, 02:39 Uhr.

Nachdem die staatlichen Spielbanken Bayern aufgrund der Covid-19-Pandemie wochenlang schließen mussten, darf der Spielbetrieb ab heute weitergehen. Wie die Abendzeitung-München (AZ) berichtet, sei der entstandene Wirtschaftsschaden für die Spielbanken und Städte jedoch bereits groß.

Bad Wiessee Spielbank Außenansicht
Die Spielbank Bad Wiessee galt vor der Coronakrise als besonders umsatzstark. (Quelle: public domain)

Bayerische Gemeinden, die auf die Einnahmen aus den Glücksspielabgaben angewiesen seien, müssten wegen der mehrwöchigen Schließungen mit schmaleren Budgets auskommen.

Die Spielbanken Bayern dürfen unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen wiedereröffnen. Hierzu gehört eine Maskenpflicht für Besucher. Gästen mit Erkältungssymptomen soll der Zugang zu den Einrichtungen verwehrt werden. Spieler werden dazu angehalten, sich ihre Hände regelmäßig gründlich zu waschen. Auf der Webseite der Spielbanken Bayern wird eine kontinuierliche Desinfektion aller Spielautomaten angekündigt. Tischspiele werden vorerst nicht veranstaltet.

Bürgermeister müssen Ausgaben anpassen

Obgleich der Einnahmenverlust der Spielbanken Bayern bislang noch nicht genau beziffert werden könne, müssten bayerische Gemeinden derzeit flexibel agieren.

Robert Kühn (SPD), Bürgermeister im oberbayerischen Bad Wiessee, sagte gegenüber der AZ, dass sich die fehlenden Einnahmen auf die Abgaben und damit auf den Haushalt auswirkten:

Wir müssen bereits wegen Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer Investitionen verschieben.

Die lange Schließung der Spielbanken sei ein „großer Verlust“. Wie hoch die Mindereinnahmen sind, kann nur vermutet werden.

Laut AZ-Recherchen sei die Spielbank Bad Wiessee in den vergangenen Jahren eine der profitabelsten Spieleinrichtungen des Landes gewesen und habe 2018 ein Plus von 8 Millionen Euro erwirtschaftet. Hiervon seien im vergangenen Jahr 3,7 Millionen Euro in Form von Spielabgaben an die Gemeinde geflossen.

Kommt der große Aufschwung?

Dass nach der Krise bei den Spielbanken Bayern rasch der große Aufschwung folgt, ist nicht gewiss. Bis auf Weiteres werden nur die Spielautomaten in den Spielbanken betrieben, Tischspiele finden nicht statt. Gerade diese, wie beispielsweise Roulette, seien aber besonders profitabel, so Bürgermeister Kühn zur AZ:

Nur wenn die Kugel rollt, geht es um größere Summen.

Wann es in den Spielbanken Bayern wieder an den Spieltischen rundgehen wird, ist noch unklar.