Glücksspiel­gesetzgebung auf Curaçao: Qualitäts­offensive betrifft globalen Online-Markt

Veröffentlicht am: 25. November 2020, 11:48 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 25. November 2020, 11:55 Uhr.

Die Karibikinsel Curaçao plant derzeit Änderungen ihrer Glücksspielgesetzgebung. Diese werden sich maßgeblich auf das weltweite Online-Glücksspiel auswirken, hat gestern die Zeitung Curaçao Chronicle berichtet.

Curaçao, Karibikinsel
Online-Glücksspielanbieter mit Lizenz aus Curaçao müssen künftig mit strengeren Lizenzbedingungen rechnen. (Bild: Pixabay/Patrice Audet)

In Curaçao hätten die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise zu finanziellen Schwierigkeiten geführt. Im Rahmen eines am 2. November abgeschlossenen Abkommens zwischen den Regierungen von Curaçao und der Niederlande, dem „Landspakket Curaçao“ [Seite auf Niederländisch], hätten die Niederlande ökonomische Unterstützung versprochen.

Künftig strengere Anforderungen an Lizenznehmer zu erwarten

Im Rahmen des Abkommens sei diese Hilfe jedoch an Bedingungen geknüpft. Eine von ihnen betreffe die Reformierung des Glücksspielwesens und werde sich maßgeblich auf weitere Glücksspielmärkte weltweit auswirken.

Betroffen von neuen Lizenzbedingungen in Curaçao seien laut Curaçao Chronicle viele Online-Casinos, die ihre Spiele in Australien anbieten, aber auf Curaçao lizenziert seien. Ebenso würden sich die neuen Regelungen auf den spanischen sowie den niederländischen Finanzsektor auswirken.

Generell sei das Ziel, Glücksspiellizenzen aus Curaçao mehr an die Anforderungen an in EU-Ländern erteilte Lizenzen anzupassen und sich dem Status quo Maltas zu nähern. Dazu gehöre:

  • die Preiserhöhung für die Erteilung der Lizenzen,
  • die Verhinderung, dass Spieler aus EU-Märkten gezielt angesprochen würden,
  • eine erhöhte Aufsicht und Kontrolle der Lizenznehmer.

Damit sei es für Glücksspielanbieter schwieriger, eine Glücksspiellizenz aus Curaçao zu erhalten, die Lizenzen selbst seien aber wertvoller.

Einrichtung einer Glücksspielaufsicht gefordert

An erster Stelle stehe die Forderung, eine neue, proaktive Regulierungsbehörde auf Curaçao zu schaffen. Diese solle Lizenzen künftig nicht mehr nur ausstellen, sondern auch die Einhaltung der Lizenzbedingungen überwachen.

Der Preis für eine Lizenz solle von derzeit rund 35.000 US-Dollar auf rund 134.000 US-Dollar ansteigen. Zudem solle es Dritten nicht mehr möglich sein, durch den Erwerb eines Unternehmens mit Glücksspiellizenz selbst in den Besitz einer solchen zu gelangen.

Künftig sei es zudem verboten, Spieler gezielt zu höheren Einsätzen zu verleiten und Lizenzinhaber müssten proaktive Tools einrichten, die einen erhöhten Spielerschutz gewährleisteten. Sie müssten zudem Sorge tragen, dass Identitäts- und Datendiebstahl über Kundenkonten verhindert und EU-Datenschutzbestimmungen eingehalten würden.

Die einzurichtende Glücksspielaufsicht solle regelmäßig Tests und Inspektionen durchführen, um sicherzugehen, dass die neuen Bestimmungen von allen Lizenzinhabern eingehalten würden. Den Status als „Lizenz zweiter Klasse“ im Vergleich zu Lizenzen aus Malta, solle die Curaçao-Lizenz damit verlieren.