15-Jähriger gewinnt 200.000 Euro bei spanischer Sorteo del Niño Lotterie

Veröffentlicht am: 8. Januar 2019, 01:06 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 8. Januar 2019, 01:06 Uhr.

Bei der jüngsten Lottoziehung der Sorteo del Niño in Spanien am vergangenen Wochenende gewann Cosmin Rotariu, ein 15 Jahre alter Schüler aus Barcelona, 200.000 Euro. Doch nun wurden Stimmen der Kritik laut, denn Minderjährigen ist die Teilnahme an Glücksspielen untersagt.

Sorteo del Niño Lotterielos
Die Sorteo del Niño Lotterie ist die zweitgrößte in Spanien. (Bild: flickr.com)

Der Teenager gab an, er habe das Los mit den 20 Euro erworben, die er bei der Lotterie El Gordo kurz vor Weihnachten gewonnen habe. Als der junge Mann in der Lotto-Filiale in Barcelona seinen Gewinn einforderte, sagte er:

„Das habe ich nicht erwartet. Ich zittere immer noch. Ich weiß noch nicht, was ich mit dem Geld machen werde. Vielleicht kaufe ich mir ein neues Handy oder ich investiere in eine kleine Wohnung, Aber ich kaufe definitiv auch etwas für meine Eltern.“

Der Vater, der seinen Sohn begleitete, um den Gewinn in Empfang zu nehmen, beruhigte den aufgewühlten Teenager und sagte:

„Ich bin sehr glücklich. Mit dem Geld soll seine Zukunft gesichert werden.“

Wahrscheinlich wird die Familie, die vor zehn Jahren aus Botosani, Rumänien, nach Spanien eingewandert ist, das Geld für das spätere Studium des jungen Mannes auf die Seite legen. Cosmin möchte Wirtschaftsingenieurwesen studieren.

Valeriu Rotariu, der Vater des Teenagers, arbeitet als Elektriker. Damals, vor über zehn Jahren, ging er zunächst allein nach Spanien. Er berichtete, dass der Anfang sehr schwer gewesen sei, da das Land von der Finanzkrise stark betroffen gewesen sei.

Später sei es ihm gelungen, auch seine Familie nachzuholen. Der Familienvater sagte, dass das Glück nun auch bei seiner Familie Halt gemacht habe. Es soll seinen Kindern zu einem besseren Leben verhelfen. Die Familie plant nun, die Großeltern in Rumänien zu besuchen.

War die Abgabe des Lotterieloses nicht legitim?

Das Problem besteht darin, dass die staatliche Lotterie Sociedad Estatal Loterías y Apuestas del Estado (SELAE) vorgibt, dass Lottospieler mindestens 18 Jahre alt sein müssen.

Zwar sagte der Jugendliche aus, er habe von seinem Vater die Erlaubnis zum Erwerb des Lotterieloses erhalten, diese Tatsache entbinde den Lotterieverkäufer allerdings nicht von seiner Pflicht, den Verkauf an Minderjährige zu unterbinden.

In diesem Falle wurde jedoch eine Ausnahme gemacht, denn der Teenager wurde von seinem Vater begleitet, als er seinen Gewinn aus der El Gordo Lotterie gegen ein Los für El Niño eintauschte.

Valeriu Rotariu sagte:

„Cosmin und ich gingen gemeinsam zur Lottoannahmestelle, um die Nummer zu wählen. Wir wollten eine Nummer, die dem Geburtsdatum meiner Frau ähnelte. Dann haben wir uns für die im Schaufenster entschieden.“

Aktuell arbeitet die spanische Regierung an Gesetzesentwürfen, die die Möglichkeiten der Vermarktung privater Glücksspiele stark einschränken könnten. Allerdings ist noch nicht entschieden worden, ob die neuen Regeln auch für staatliche Betreiber wie SELAE gelten sollen. Die staatliche Lotterie betreibt große Marketingkampagnen für ihre Produkte und sponsert auch Sportveranstaltungen.

Lottozahlen, Kugeln
Lotto ist in Spanien sehr beliebt. (Bild: pixabay.com)

SELAE hat nun auch digitale Vertriebskanäle. Die Webseite des Lotteriebetreibers weist mehr als eine Million registrierte Kunden auf. Der Gesamtumsatz belief sich im Jahre 2017 auf mehr als 136 Millionen Euro, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 17 % bedeutet.

Kritik kam vor allem von CEJUEGO [Seite auf Spanisch], einem Verband, der die Interessen privater Glücksspielanbieter wie Codere, CIRSA, R Franco und auch Novomatic vertritt.

Der Sprecher des Verbandes kritisierte das Ereignis. Ein Kind, das vor einem Lottoladen mit einem Gewinnerlos in der Hand abgelichtet wird, könne auch andere Kinder dazu veranlassen, die geltenden Regeln zu missachten.

El Niño schüttete 700 Millionen Euro aus

Die unglaubliche Summe von 700 Millionen Euro lag im Preispool der diesjährigen spanischen El Niño Lotterie. Das sind 70 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. El Niño ist nach der großen Weihnachtslotterie El Gordo die zweitgrößte Lotterie in Spanien. Die Ziehung findet am 6. Januar, am Tag der Heiligen Drei Könige, statt.

Die Weihnachtslotterie, die in Spanien als „El Gordo“ und als „Sorteo de Navidad“ bekannt ist, hat eine lange Tradition. Im Jahre 1812 fand zum ersten Mal eine Ziehung statt.

Seitdem wird jedes Jahr am 22. Dezember eine Ziehung durchgeführt und es gibt kaum einen Spanier, der sich kein Lotterielos kauft. Vor den Verkaufsstellen bilden sich in der Vorweihnachtszeit lange Warteschlangen.

Warteschlange
Vor Weihnachten stehen die Leute in Spanien Schlange, um ein Lotterielos zu kaufen. (Bild: wikipedia.org)

In Bezug auf den ausgespielten Gesamtbetrag gilt El Gordo als größte Lotterie der Welt. Der Hauptgewinn betrug im Dezember 2018 4 Millionen Euro.

Da sich die Regeln bezüglich der Besteuerung von Glücksspielgewinnen geändert haben, werden die Gewinner von El Niño 164.000 Euro mit nach Hause nehmen können.

Das Gesetz sieht vor, dass die ersten 20.000 Euro, die durch die Teilnahme an Glücksspielen generiert werden, nicht versteuert werden müssen. Der verbleibende Betrag wird allerdings mit 20 % besteuert.

Aufgrund der strengen Gesetze hinsichtlich der Einschränkung des Glücksspiels Minderjähriger könnten der Teenager und seine Familie Glück gehabt haben, dass ihnen das Geld problemlos ausgezahlt wurde.