Rückzug von Japans Casino-Markt? – Wynn schließt Büro in Yokohama

Veröffentlicht am: 5. August 2020, 10:57 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 5. August 2020, 11:11 Uhr.

Der Glücksspielgigant Wynn Resorts Ltd. hat angekündigt, sein Büro in Yokohama zu schließen. Grund seien die Verzögerungen bei der Vergabe der Lizenzen für die japanischen Casino-Resorts. Wie die japanische Zeitung The Japan Times [Seite auf Englisch] heute berichtet, bekunde Wynn Resorts jedoch weiterhin Interesse an dem Casino-Projekt.

Yokohama, Japan
Wynn Resorts hat sein Büro in Yokohama geschlossen. (Bild: Pixabay)

Ursache für die Verzögerungen bei den japanischen Casino-Resorts sei die Covid-19-Pandemie. Doch auch Corona-bedingte Marktentwicklungen hätten die Entscheidung des US-amerikanischen Unternehmens beeinflusst. So erklärte Wynn Resorts:

Die Pandemie hat beispiellose negative Auswirkungen auf die Entwicklung der integrierten Resorts und Unternehmen wie Wynn überlegen, wie sie ihre Geschäftstätigkeit in Anpassung an einen Markt nach der Pandemie entwickeln.

Langfristig bleibe das Unternehmen am japanischen Glücksspielmarkt interessiert und werde die Entwicklung aus nächster Nähe verfolgen.

Wynn Resorts Ltd. ist nicht der erste Glücksspiel-Konzern, der sich vom japanischen Casino-Markt zurückzieht. Im Mai hatte bereits die Las Vegas Sands Corp. angekündigt, seine Japan-Pläne aufzugeben. Grund seien die ungewöhnlich restriktiven Lizenzbedingungen. Das Unternehmen hatte eine Investition in Höhe von bis zu 10 Mrd. US-Dollar in den Bau eines Casino-Resorts in Aussicht gestellt. Angesichts einer geplanten Gültigkeit der Lizenzen von 10 Jahren sei diese Investition jedoch nicht rentabel.

Ist die japanische Casino-Politik schuld am Rückzug?

Verzögerungen bei der Vergabe der Casino-Lizenzen verursachte jedoch nicht nur die Corona-Pandemie. Bis heute hat die japanische Regierung noch keine endgültige „Basispolitik“ für die Lizenzen herausgegeben. Damit ist noch immer nicht klar, mit welchen Lizenzbedingungen Investoren letztendlich rechnen müssen.

Ende Juni war für Yokohama ein Entwurf für die lokalen Lizenzbedingungen geplant. Dieser könne jedoch nicht entwickelt werden, solange die Regierung nicht ihre Bedingungen veröffentlicht habe. Trotz der Verzögerungen, die sich nun schon seit mehr als einem Jahr hinziehen, hält Yokohama an den Plänen fest.

Kampagnen, die Casino-Resorts in Yokohama bewerben, lasse sich die Stadt nach Medienmeldungen ganze 3,7 Mio. US-Dollar kosten. Kritiker halten dagegen, dass die Summe zur Bekämpfung des Coronavirus notwendig sei.

Bürgermeisterin Fumiko Hayashi jedoch argumentiert, es sei ein nationales Projekt, das auch den Bürgern der Stadt zugutekomme.