Ein Windhund auf Meth – Neuseeländische Trainerin erhält 3.500 NZD Strafe

Veröffentlicht am: 29. April 2021, 03:24 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 29. April 2021, 04:42 Uhr.

Die neuseeländische Windhündin Zipping Sarah hat ihren Besitzern schon viele Preisgelder eingebracht. Doch bei mindestens einem ihrer Siege soll sie unter dem Einfluss von Methamphetamin gestanden haben. Wie der New Zealand Herald berichtet [Seite auf Englisch], müsse die Trainerin Angela Helen Turnwald daher nun 3.500 NZD (knapp 2.100 Euro) Strafe zahlen.

Methamphetamin Crystal Meth Droge
Die Kontrollbehörde fand Methamphetamin im Urin der Windhündin (Bild: Flickr/Find Rehab Centers/CC BY 2.0)

Der Verstoß gegen die Anti-Doping-Regularien soll sich am 12. November ereignet haben. An diesem Tag hatte Zipping Sarah das Addington Race in der gleichnamigen Kleinstadt Addington mit 0,1 Sekunde Vorsprung für sich entschieden. Das Preisgeld für den Sieger lag bei 4.000 NZD (knapp 2.400 Euro).

Eine nach dem Rennen genommene Urinprobe habe dann jedoch gezeigt, dass sich große Mengen Methamphetamin und dessen Abbauprodukt Amphetamin im Organismus des Tieres befunden hätten.

Die zuständige Kontrollbehörde, die Judicial Control Authority for Racing (JCA), habe nicht nachweisen können, ob die Substanz der Hündin absichtlich gegeben worden sei, um ihre Chancen auf einen Sieg zu erhöhen.

Methamphetamin, auch unter dem Namen Crystal Meth bekannt, ist eine synthetisch hergestellte psychoaktive Substanz, die das zentrale Nervensystem bei Mensch und Tier stark stimuliert. Die Einnahme führt zu vorrübergehender Euphorie, Wachheit und Unterdrückung von Schmerzen. Im Sport kann dies zu temporärer Leistungssteigerung führen. Methamphetamin zählt jedoch zu den gefährlichsten Drogen überhaupt und fordert jährlich zahlreiche Todesopfer.

Turnwald selbst habe beteuert, zu keinem Zeitpunkt einen „absichtlichen Verstoß“ begangen zu haben. Die Hündin sei am Tag des Rennens zusammen mit einem anderen Windhund von Foxton nach Christchurch transportiert worden.

Der Transport sei von einer lizenzierten Hundezuchtstation durchgeführt worden. Der Fahrer habe jedoch einen kurzen Zwischenstopp in Kaiapoi gemacht, um einen Bekannten zu besuchen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass dem Tier während des Transportes die Substanz verabreicht worden sei.

Neue Grundsatzdiskussion über den Sport

Für Turnwald seien die Konsequenzen dennoch dramatisch. Selbst wenn sie des Verstoßes nicht persönlich schuldig gemacht werden könne, sei ihr Ruf nachhaltig beschädigt, heißt es im New Zealand Herald.

Dasselbe gelte auch für den Ruf der Branche, der bereits seit Jahren aufgrund verschiedener Verstöße und Unfälle bröckele. Erst vor zwei Wochen hätten Grant Robertson, Minister für die Rennindustrie, und Meka Whaitiri, Ministerin für Tierwohl, eine umfangreiche Revision der Windhundindustrie angekündigt.

Damit der Traditionssport auch weiterhin erhalten werden könne, müsse es auf allen Ebenen drastische Verbesserungen geben, so die Politiker. Sollte keine Besserung erfolgen, könne nicht ausgeschlossen werden, dass Windhundrennen auch in Neuseeland künftig verboten werden.