Italien: 60 Rennpferde wegen Doping beschlagnahmt

Veröffentlicht am: 1. März 2021, 01:06 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 1. März 2021, 01:06 Uhr.

In der norditalienischen Metropolregion Turin hat die Polizei am Freitag 60 Rennpferde beschlagnahmt. Wie die italienischen Medien berichten, werde den Inhabern des Stalls vorgeworfen, die Tiere vor einem Rennen im Oktober mit diversen Medikamenten gedopt zu haben.

Pillen Tabletten Spritze
60 Rennpferde im Rahmen von Doping-Ermittlungen beschlagnahmt (Bild: Pixabay)

Nachdem ein ehemaliger Mitarbeiter der Einrichtung die Inhaber wegen Dopings angezeigt habe, hätten im Herbst die Ermittlungen begonnen. Die Pferde des Stalles, die aus den Rennen im Oktober als Gewinner hervorgegangen seien, seien daraufhin untersucht worden.

Bei den darauffolgenden Laboranalysen sei eine große Vielfalt medizinischer Substanzen identifiziert worden, die normalerweise nur von Tierärzten verabreicht werden dürften. Dazu zählten verschreibungspflichtige Entzündungshemmer, Betäubungsmittel, Blutdrucksenker und Diuretika (harntreibende Mittel).

Die Substanzen sowie die entsprechenden medizinischen Werkzeuge, um diese zu verabreichen, seien im Stall gefunden worden. Sowohl der italienische als auch der internationale Pferdesportverband verböten bereits den reinen Besitz dieser Mittel.

Die International Federation of Horse Racing Authorities (IFTA) legt fest, welche Substanzen innerhalb des Pferdesportes verboten sind, bzw. welche Schwellenwerte für den Gebrauch von Substanzen gelten. Die Richtlinien sind in der offiziellen „Internationalen Vereinbarung für Zucht, Rennen und Pferdewetten“ zusammengefasst [Dokument auf English]. Das Dokument werde laut IFTA einmal jährlich revidiert und aktualisiert.

Gegen die Inhaber des Stalls werde daher wegen Tierquälerei, missbräuchlicher Ausübung einer medizinischen Tätigkeit und Betruges innerhalb eines sportlichen Wettbewerbes ermittelt. Der gesamte Stall sei vorerst beschlagnahmt worden.

Stallbesitzer beteuern ihre Unschuld

Nachdem die Vorwürfe gegen die Stallbesitzer in der Presse große Wellen geschlagen haben, beteuern diese nun ihre Unschuld. Gegenüber der Zeitung TorinOggi haben sie betont, dass es zu keiner Zeit zu einem Doping der Pferde gekommen sei.

Sie haben viele Subtanzen als Dopingmittel bezeichnet, die es gar nicht sind: die Blutdruckpillen und das Diuretikum von meinem Vater, das Cortison, welches wir unserem Hund verabreichen, der einen Tumor in der Lunge hat, und unser Desinfektionsmittel für Hufe.

Die Anzeige sei zudem von einem Ex-Mitarbeiter gemacht worden, der in seinen Job habe zurückkehren wollen, was ihm jedoch versagt worden sei. Bezüglich der im Blut der Pferde festgestellten Substanzen erklären die Stallbesitzer, keinerlei Einfluss darauf genommen zu haben.

Was letztendlich auf den Rennstrecken passiere, liege außerhalb ihrer Kontrolle. Sie bäten daher die Veranstalter des besagten Rennens, ein entsprechendes Statement abzugeben.