Doping im Pferderenn-Sport: Wenig Unterstützung für neue US-Behörde HISA

Veröffentlicht am: 20. May 2022, 02:29 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 20. May 2022, 02:29 Uhr.

Die neugegründete US-Behörde für den Pferderennsport Horseracing Integrity and Safety Authority (HISA) nimmt im Juli ihre Arbeit auf. Ab dann sollen Pferderennen in allen US-Bundesstaaten erstmals einer einheitlichen Regulierung unterliegen. Bislang hätten jedoch lediglich vier Staaten das HISA-Regelwerk unterzeichnet, berichteten US-Branchenmedien [Seite auf Englisch] am Donnerstag.

Rennpferde
Gegner der HISA halten ein einheitliches Regelwerk für verfassungswidrig (Bild: PxHere/CC0)

Das umfangreiche Reglement beinhaltet neue Mindestanforderungen für die Sicherheit auf den Rennstrecken sowie erstmals einen festen Strafkatalog bei Doping. Bei vielen Interessenvertretern der Branche seien die Doping-Vorgaben jedoch auf Widerstand gestoßen.

Die HISA habe daher eingewilligt, der Branche mehr Zeit zur Anpassung zu geben und das Inkrafttreten der Neuregelung auf Januar 2023 verschoben. Dennoch hätten bislang lediglich Colorado, Kalifornien, Kentucky und Minnesota in die Vorgaben eingewilligt.

Andere Staaten hätten die Sorge geäußert, dass ein einheitliches Regelwerk nicht mit der Arbeitsweise kleinerer Rennveranstalter vereinbar sei. Eine überstaatliche Gruppe von Pferdebesitzern, Trainern und anderen Akteuren habe sogar Klage gegen die HISA eingereicht, da diese ihrer Ansicht nach verfassungswidrig sei.

Am Samstag findet das zweite Rennen der US-amerikanischen Triple Crown (Dreifache Krone) statt: das 147. Preakness Stakes. Beim ersten Rennen der Serie kam es Anfang Mai zu einer großen Überraschung. So siegte beim diesjährigen Kentucky Derby der Außenseiter Rich Strike (Quoten von 81,0). Medienberichten zufolge wird das Pferd am zweiten Rennen jedoch nicht teilnehmen. Somit wird es in diesem Jahr auch keinen Triple-Crown-Sieger geben. Favoriten für das prestigeträchtige Rennen morgen sind Epicenter (4,0), Early Voting (7,0) und Simplification (9,0).

Eine letzte Überlebenschance für die Branche?

Unterstützer der HISA und der Reformierung des Pferderennsportes hingegen sähen in einer einheitlichen und strikten Regulierung des Sports die einzige „Überlebensmöglichkeit der Branche“. Unzählige Doping-Skandale und mutmaßlich vermeidbare Unfälle in den letzten Jahren hätten dem Image der Pferderennsport-Industrie stark geschadet.

Der COO des Verbandes The Jockey Club, kommentiert:

Wenn man sich ansieht, was in den letzten paar Jahren mit dem Sport geschehen ist, dann ist der Status Quo nicht gut genug.

Die HISA werde dabei helfen, die Integrität des Sports wiederherzustellen. Dazu gehöre es, diesen frei von Doping zu halten und für das Wohl und die Sicherheit der Pferde und Reiter zu sorgen. Ob sich zeitnah somit auch andere Staaten dazu entschließen werden, das Regelwerk zu unterzeichnen, bleibt indes abzuwarten.