Glücksspiel-Regulierung in Deutschland: Was bringt sie wirklich?

Veröffentlicht am: 8. März 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 6. März 2020, 04:36 Uhr.

Die 16 Bundesländer sind sich einig. Das Glücksspiel in Deutschland soll 2021 reguliert werden. Interessierte Glücksspiel-Unternehmen sollen die Möglichkeit erhalten, Lizenzen für das Angebot ihrer Produkte zu erhalten. Allerdings bestehen noch Zweifel, ob die derzeit ausgearbeiteten Pläne vorteilhaft sind, sowohl für die Unternehmen als auch für die Spieler.

Karten, Chips
Was bringt die deutsche Glücksspiel-Regulierung? (Bild: pixabay.com)

Der Gesetzgeber verspricht sich von der geplanten Glücksspielregulierung in Deutschland neben einem höheren Schutz der Spieler auch mehr Steuereinnahmen. Schleswig-Holstein hat es gezeigt. Das Bundesland erhielt von den Glücksspiel-Betreibern seit 2011, als der Sonderweg des Bundeslandes entschieden wurde, jährlich mehrere Millionen Euro

Derzeit sind die in Deutschland präsenten Online Casinos in anderen europäischen Ländern lizenziert. Nach europäischem Recht könnten die Unternehmen ihre Produkte so auch in Deutschland anbieten.

Am 21. Juli 2021 soll sich das allerdings ändern, Sportwetten im Internet und Online Casinos werden auch in Deutschland offiziell erlaubt sein. Damit würden die Umsätze auch hierzulande versteuert.

Glücksspielregulierung: Gewinn oder Verlust?

Eine Regulierung des Glücksspiels könnte sich auf mehrere Bereiche positiv auswirken. Neben Steuereinnahmen könnte auch der Profisport profitieren. Sportwetten-Anbieter gehen gern Partnerschaften mit Vereinen ein, denn sie bieten sowohl dem Club als auch dem Unternehmen einige Vorteile.

Die Glücksspiel- und Sportwetten-Unternehmen könnten Werbung für ihre Produkte betreiben und ihre Marke stärken, während der Verein die finanziellen Vorzüge genießt.

Die Arbeitslandschaft könnte ebenfalls von einer Legalisierung durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze profitieren. Wenn Glücksspiel-Unternehmen in Deutschland eine Lizenz erhalten, ist davon auszugehen, dass betreffende Firmen auch in Deutschland Büros eröffnen. Diese wiederum benötigen Personal.

Kritik am Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag (GlüNeuRStV): Sind Wettkunden die Verlierer?

Gleich nachdem der GlüNeuRStV sich in Kreisen der Branchenkenner verbreitet hatte, sorgte er für Kritik. Während die Bundesregierung den Schutz der Spieler im Auge habe, sind Skeptiker der Meinung, dass es weniger um den Schutz des Spielers gehe, sondern um Geld.

Es wird gemunkelt, dass vor allem der Deutsche Lotto- und Totoblock federführend bei der Entwicklung des GlüNeuRStV sei, denn die restriktiven Vorgaben könnten die Sportwetten- und Glücksspielbetreiber erheblich ausbremsen.

Auch würden Kunden nicht mehr in der Lage sein, ausreichend zu vergleichen, was zur Folge haben könnte, dass wieder die nicht regulierten Angebote aus dem Ausland genutzt würden.

Innerhalb der regulierten Sportwetten-Welt andererseits hätten nur jene Unternehmen eine Chance, die über eine starke Finanzkraft verfügten. Dadurch könnten sich möglicherweise Monopole entwickeln. Ob es noch Änderungen am GlüNeuRStV gibt, wird sich zeigen.