Wie bei Tabakwerbung: Warnhinweise für Online-Glücksspiel in Spanien
Posted on: 06/10/2025, 02:14h.
Last updated on: 04/10/2025, 01:38h.
- Spanien will optische Warnhinweise in das Online-Glücksspiel einblenden.
- Warnungen sind an aus der Tabakwerbung bekannten Designs angelehnt.
- Hinzukommen sollen Einsatzlimits für das Online-Glücksspiel.
Die gewollt abschreckenden gesundheitlichen Hinweise auf Zigarettenpackungen haben sich in vielen Ländern längst etabliert. Ähnliches droht auf der iberischen Halbinsel nun einer anderen Branche. So plant Spanien die Einführung optischer Warnhinweise für Betreiber von Online-Glücksspiel.

Am vergangenen Mittwoch verpflichtete das spanische Verbraucherschutzministerium die Online-Anbieter zur Integration von Warnhinweisen über die Gefahren der Spielsucht. Vorbild sin dabei die Anzeigen auf Tabakprodukten.
Die Meldungen sollen auf Bannern, bei der Anmeldung, bei digitalen Anzeigen und in mobilen Apps erscheinen. Laut Verbraucherschutzministerium sollen die Anbieter damit die nötige Verantwortung für die Sicherheit der Spieler übernehmen.
Es wurden bereits erste Vorschläge für das Design der Hinweise erarbeitet. Diese gehen über das bisher genutzte „Spielen Sie verantwortungsbewusst“ hinaus und setzen auf direkte Warnungen.
Beispiele für Warnhinweise:
– „Glücksspielsucht ist ein Risiko des Glücksspiels.“
– „Die Verlustwahrscheinlichkeit beträgt 75 %.”
– „Die Verluste aller Spieler sind viermal höher als ihre Gewinne.“
Bei Branchenvertretern stieß die Initiative auf die erwartete Kritik. Der Online-Glücksspielverband JDigital reagiert ablehnend und betonte, dass Vergleiche zwischen Glücksspiel und Tabak nicht zutreffend seien. Er forderte deshalb ein Ende der behördlichen Vorgabe.
Neue Online-Einsatzlimits geplant
Über die Warnhinweise für das Online-Glücksspiel hinaus plant Spanien weitere Maßnahmen zum Spielerschutz. Dazu gehören in erster Linie neue Einsatzlimits.
Im internationalen Vergleich sind diese vorerst relativ hoch bemessen. So sollen die Maximalgrenzen bei täglich 600, wöchentlich 1.500 und monatlich 3.000 Euro liegen. Das wäre ein Vielfaches der Werte, die bspw. in den Niederlanden, Deutschland oder skandinavischen Ländern gelten.
Laut Behörden sollen auf Antrag Reduzierungen oder Annullierungen der Einsatzlimits möglich sein. Aktiviert werden diese allerdings erst nach drei Tagen. Zudem sollen Spieler nur einmal pro Quartal die Gelegenheit haben, die Einsatzgrenzen zu verändern.
Um Problemspiel im Online-Bereich künftig schneller zu erkennen, setzt die DGOJ auf modernste Technologie. Demnach sollen auffällige Muster im Nutzerverhalten mithilfe einer von allen Anbietern verpflichtend einzusetzenden KI identifiziert werden.
Der entsprechende Algorithmus soll Anfang kommenden Jahres entwickelt sein. Mit einer Testphase könnte ab März 2026 begonnen werden. Damit wäre Spanien in Europa das erste Land, das dem problematischen Online-Glücksspiel mit KI-Unterstützung begegnen wird.
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