Wachmann vereitelt bewaffneten Raubüberfall auf texanischen Poker Room

Veröffentlicht am: 18. January 2022, 02:40 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 18. January 2022, 02:40 Uhr.

Ein Wachmann hat in der Nacht zu Montag einen bewaffneten Raubüberfall auf den Legends Poker Room im Westen der US-Stadt Houston vereitelt. Ein Mensch sei dabei nicht zu Schaden gekommen, berichtete das Nachrichtenportal Fox26 Houston [Seite auf Englisch] am Montag.

Gebäude, Einsatzwagen Polizei
Ein mutiger Wachmann wehrt einen Raubüberfall auf den Legends Poker Room in Houston ab. (Bild: Houston Police twitter.com)

Nach Angaben der Polizei von Houston sei ein Mann, der mit einem AR-15-Gewehr bewaffnet gewesen sei, um etwa 1 Uhr morgens durch die Eingangstür des Legends Poker Room gestürmt und habe den Überfall angekündigt. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich rund 50 Personen in der Spielstätte aufgehalten.

Der Wachmann Trelynn „Tek“ Robinson habe den Schützen von hinten ergriffen und die beiden Männer hätten begonnen, um das Gewehr zu ringen. Laut Polizeileutnant Larry Crowson hätten sich dabei 10 bis 15 Schüsse gelöst.

Nach Eintreffen der Polizei, die den Täter in Gewahrsam nahm, erzählte Robinson den Reportern von ABC 13 den Tatverlauf:

Er verlangte von mir, ihm Geld zu geben, aber stattdessen stürzte ich mich auf ihn, kämpfte mit ihm, rang um die Waffe und dann ging sie los. Ich konnte ihn zu Boden ringen und legte ihm die Handschellen an.

Pokerspieler sammeln Geld für heldenhaften Einsatz

Robinson habe sich während des Kampfes eine Schulter ausgerenkt. Daraufhin habe ein Dealer von Legends Poker Room eine GoFundMe-Spendenaktion ins Leben gerufen, um dem Wachmann für seinen mutigen Einsatz zu danken.

Auf GoFundMe heißt es:

Dieser Mann ist ein Held, er wird einige Arztrechnungen wegen der Verletzungen haben, die er sich während dieses Vorfalls zugezogen hat, und er wird mit den Folgen dessen leben, was heute Nacht passiert ist. Also schickt bitte etwas Geld, teilt diesen Link.

Poker boomt in Texas

Glücksspiel ist in Texas offiziell verboten. Mit Ausnahme von Stammes-Casinos gibt es daher keine terrestrischen Spielbanken. Poker-Rooms bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone. Die Vorgaben werden umgangen, indem statt der Rake eine Gebühr erhoben wird.

Aufgrund der fehlenden gesetzlichen Vorgaben sind die Poker-Spielstätten im Wesentlich unreguliert. Das bedeutet auch, dass die Gäste sich darauf verlassen müssen, dass der Betreiber über die Mittel verfügt, um den Wert der im Umlauf befindlichen Chips zu decken.

Erst im Dezember 2021 beispielsweise musste Poker Pro Johnny Chan seinen Poker-Room 88 Social schließen und Insolvenz anmelden. Ihm soll Misswirtschaft vorgeworfen werden. Gewaltausbrüche sollen ebenfalls keine Seltenheit in den texanischen Spielstätten sein.

Berichten zufolge sei im Dezember ein Dealer des Legends Poker Rooms in eine körperliche Auseinandersetzung mit Sammy Farha, dem Zweitplatzierten des WSOP Main Events 2003, geraten.

Trotz der unsicheren rechtlichen Lage scheint der Poker-Markt in Texas weiterhin anzuwachsen. Einige sehen darin eine lohnende Investition. Erst vor zwei Wochen hat der bekannte Poker-Vlogger Doug Polk gemeinsam mit Andrew Neeme und Brad Owen eine Mehrheitsbeteiligung an dem Poker-Room The Lodge Card Club in Austin, Texas, erworben.