Virtual Sports in Italien: Großes Potenzial und große Hürden

Veröffentlicht am: 18. Februar 2021, 02:18 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 18. Februar 2021, 02:18 Uhr.

Im Rahmen der Coronakrise ist das Interesse an virtuellen Sportarten als Alternative zum traditionellen Sport stark gestiegen. Vor allem in Italien scheint sich die Sparte inklusive der dazugehörigen Sportwetten stark zu verbreiten. Beim gestrigen Online-Event SBC Digital Italy haben sich die Experten der Branche zum Thema ausgetauscht.

Fußball im Stadion
Virtueller Fußball eine beliebte Alternative zum klassischen Fußball (Bild: Pixabay)

Dabei kam insbesondere Giuseppe Donato, der Italien-Beauftragte von Kiron Interactive, zu Wort. Sein Unternehmen mit Sitz in Südafrika zählt weltweit zu den bekanntesten Entwicklern von Virtual Sports.

Während Kiron Interactive zwar auf fast allen Kontinenten vertreten sei, so Donatello, bleibe Italien seit Jahren der stärkste Markt des Unternehmens. Derzeit halte das Unternehmen rund 52 % des Marktanteils. Allerdings stoße der Sektor aufgrund gesetzlicher Hürden an seine Grenzen.

Italien kann ohne Zweifel als einer der größten Märkte für Virtual Sports weltweit angesehen werden. […] Heute bringen die Virtuals 1,6 Mrd. Euro ein. […] Die verschärften Werberichtlinien und strikten Steuergesetze bedeuten aber auch, dass es nur begrenze Möglichkeiten gibt, mit neuen virtuellen Produkten in Italien zu experimentieren. Nichtsdestotrotz heißt das nicht, dass der Markt vor neuen Chancen zurückschreckt.

Der Wegfall klassischer Sportereignisse seit Frühjahr 2020 habe für einen starken Boom im Virtual Sport gesorgt. Viele Sportwetten-Kunden hätten erstmals Wetten auf virtuelle Sportarten oder E-Sports platziert. Insbesondere der virtuelle Fußball habe viele neue Fans gewonnen.

Virtual Sports mehr gefördert als E-Sport

Doch nicht nur in Italien ist der virtuelle Sport ein klarer Pandemie-Gewinner. Angesichts des weltweit gestiegenen Interesses hat auch das International Olympic Committee (IOC) den virtuellen Sport jetzt in seine Agenda aufgenommen. Dies teilte die Organisation am Montag in einer Pressemeldung mit [Seite auf Englisch].

Darin listet sie eine Reihe von Empfehlungen auf, die in Olympia umgesetzt werden sollten. Drei davon beziehen sich auf den nicht traditionellen Sport.

  • Das Wachstum digitaler Vernetzung mit Menschen solle gefördert werden.
  • Die Entwicklung virtueller Sportarten solle unterstützt werden.
  • Die Kommunikation mit Videospiel-Communities solle verbessert werden.

Ebenso wie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) erkennt jedoch auch das IOC noch immer den E-Sport nicht als vollwertigen und förderungswerten Sport an. Ob die Anerkennung der Virtual Sports ein erster Schritt in diese Richtung sein könnte, bleibt abzuwarten.