43 Mio. AUD Spielschulden: VIP-Spieler soll in Australien vor Gericht erscheinen

Veröffentlicht am: 26. April 2021, 10:52 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 26. April 2021, 11:14 Uhr.

Der VIP-Spieler Dr. Wong Yew Choy hat vor einem Gericht in Australien eine Niederlage gegen den Glücksspielkonzern The Star Casinos erlitten. Im Kampf um die Rückzahlung von Spielschulden in Höhe von 43 Millionen AUD (27,6 Millionen Euro) muss der aus Singapur stammende Milliardär vor einem australischen Gericht aussagen, um seine Weigerung zur Rückzahlung des Betrages zu begründen.

Star Casino
Das Star Casino fordert Spielschulden im Millionenwert. (Bild: Star Casino)

Die Gerichtsentscheidung dürfte für The Star einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Eintreiben des Millionenbetrages darstellen. Bisher hatte sich Wong Yew Choy stets geweigert, vor Ort zum Fall auszusagen.

Bei dem Streit geht es um einen Aufenthalt des Spielers im The Star Gold Coast-Casino im Juli und August 2018. Damals hatte er sich im Rahmen einer von einem Junket-Anbieter organisierten VIP-Reise in dem Casino aufgehalten und sich Spielchips im Streitwert auszahlen lassen. Die Summe verspielte er innerhalb weniger Tage im Casino. Der von Dr. Wong bei The Star zur Sicherheit hinterlegte Scheck platzte jedoch, als das Casino ihn einlösen wollte. Seitdem weigert sich der Spieler, für seinen Verlust aufzukommen.

Mit der neuen richterlichen Entscheidung geht die juristische Schlacht zwischen dem Casino-Betreiber und dem schwerreichen Spieler um ausstehende Baccarat-Schulden in die nächste Runde. Erst Anfang April hatte The Star vor dem Supreme Court von Queensland einen wichtigen Erfolg in der Causa errungen. Damals entschieden die Richter, dass das Glücksspielunternehmen einen begründeten Anspruch auf die Eintreibung der Spielschulden habe.

Juristisches Hickhack zwischen Singapur und Australien

Zuvor hatte ein Handelsgericht in Singapur noch zugunsten des vermögenden VIPs entschieden. Seinem Urteil zufolge sei es Gerichten des Stadtstaates untersagt, internationale Unternehmen beim Eintreiben von Schulden zu unterstützen.

Aufgrund des neuen Urteils aus Australien muss Dr. Wong nun jedoch persönlich vor einem Gericht auf dem fünften Kontinent erscheinen und sich zu den von The Star Entertainment geltend gemachten Ansprüchen erklären. Das Urteil aus Singapur habe keine Auswirkung auf die berechtigte Forderung nach Begleichung der Spielschulden, so die Richter.

Damit dürfte in dem millionenschweren Verfahren das letzte Wort jedoch noch nicht gesprochen sein. Australische Medien erwarten, dass Dr. Wong auch gegen den neuen Beschluss juristisch vorgehen werde.