43 Mio. Dollar Schulden? Australisches Casino prozessiert gegen VIP-Gast

Veröffentlicht am: 3. April 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 2. April 2021, 01:33 Uhr.

Der australische Glücksspielkonzern The Star kann weiter juristisch gegen einen ehemaligen VIP-Gast vorgehen. Dies entschied in dieser Woche der Queensland Supreme Court. Der schwerreiche Geschäftsmann aus Singapur hatte sich 2018 im Rahmen einer Junket-Reise über 40 Mio. AUD (rund 29 Mio. Euro) vom The Star Gold Coast Casino auszahlen lassen und binnen weniger Tage beim Baccarat verzockt. Seither weigert er sich, für die Summe aufzukommen.

Baccarattisch
Der High Roller soll über 40 Mio. AUD des Casinos beim Baccarat verzockt haben. (Quelle:flickr.com/World Poker Tour, licensed under CC BY -ND 2.0)

Millionenforderung nur Schikane?

Seit Jahren bemüht sich das The Star Gold Coast [Seite auf Englisch], mutmaßliche Millionenschulden eines Milliardärs einzutreiben. Ein erster Anlauf vor dem internationalen Wirtschaftsgerichtshof in Singapur war im Jahr 2019 gescheitert. Damals hatte der Richter erklärt, dass das Zivilrecht des Stadtstaates es nicht erlaube, ausländische Konzerne dabei zu unterstützen, möglicherweise in Übersee angehäufte Spielschulden einzutreiben.

Zusätzlich entschied das Gericht, dass der Casinobetreiber nicht nur die Gerichtskosten, sondern auch eine Entschädigung in Höhe von 20.000 Dollar an den VIP-Kunden zu zahlen habe. Dieser hatte die Vorwürfe des Konzerns wiederholt als „haltlos und schikanös“ bezeichnet.

In der Folge war The Star vor den Supreme Court von Queensland gezogen. Hieraufhin hatte der High Roller die Zuständigkeit des Gerichts bezweifelt und dem Unternehmen erneut vorgeworfen, die Instanzen missbrauchen zu wollen.

Eine Argumentation, der der zuständige Richter nicht folgte. Am Mittwoch wies er die Forderung nach Klageabweisung zurück und erklärte:

Star hat einen recht klaren Fall der Schadensersatzforderung vorgebracht (…) Ich bin nicht der Überzeugung, dass die Fortsetzung des Verfahrens Dr. W. schwere und unangemessene Belastungen, Schäden oder Beeinträchtigungen zufügen (…) wird. Eine Abweisung oder Aussetzung würde The Star daran hindern, ein Sachurteil in Bezug auf seine Klage zu erhalten. Dies wäre ungerecht.

High Roller lässt Scheck platzen

Konkret geht es um 43.209.853,34 AUD, die der Milliardär dem Casino schulden soll, zuzüglich angefallener Zinsen und weiterer Kosten. Die Summe hatte sich der Mann im Sommer 2018 in dem Glücksspieltempel an der australischen Gold Coast in Form von Spielchips auszahlen lassen. Als Sicherheit diente dabei ein von dem Gast unterzeichneter und auf Deckung geprüfter Blankoscheck.

Binnen weniger als einer Woche hatte der High Roller die Millionen sodann an einem Baccarat-Tisch verspielt. Nach der Abreise des Mannes hatte das Casino die ausstehende Summe auf dem Scheck eingetragen. Der Versuch ihn einzulösen, war jedoch gescheitert.

Der VIP-Gast hatte bereits 2019 zugegeben, seine Bank angewiesen zu haben, den Scheck zu sperren. Hierzu, so der Mann, habe er aber jedes Recht gehabt. So seien seine Millionenverluste am Spieltisch einzig und allein auf wiederholte Fehler eines Croupiers zurückzuführen gewesen. Bereits vor Ort habe es deshalb eine Vereinbarung mit der Casinoleitung gegeben, nach der er nicht für die Gelder aufkommen müsse. The Star bestreitet dies.

Das australische Gericht hat nun beide Parteien aufgefordert, schriftliche Kostenanträge einzureichen. Die Sache soll voraussichtlich noch in diesem Jahr verhandelt werden.