10 % der iri­schen Spie­ler mit vier und mehr Sport­wetten-Accounts

Posted on: 13/11/2025, 02:32h. 

Last updated on: 13/11/2025, 09:42h.

  • In Irland besitzt ein Zehntel der Wettfans mindestens vier Sportwetten-Accounts.
  • 25 % werden mit täglichen Push-Nachrichten zum Wetten animiert.
  • Viele Wettende platzieren vom Büro aus Tipps bei Buchmachern.

Iren sind von ihrer großen Wettleidenschaft für Pferderennen, Fußball und Co. bekannt. Ihre hohe Affinität kann allerdings zu Problemspiel führen, fürchtet die Glücksspielbehörde. Die GRAI gab nun bekannt, dass etwa 10 % aller aktiven Wettfans über vier und mehr Sportwetten-Accounts verfügen.

Wettbüro
Die Iren sind wettbegeistert (Bild: Flickr/John W. Iwanski; CC BY-NC 2.0)

Eine derart große Anzahl der Konten kann durchaus ungute Folgen haben. So greifen die automatischen Warnmechanismen der Online-Buchmacher vielfach nicht, wenn Spieler ihre Wettaktivitäten auf diverse Anbieter verteilen.

Dazu können von den Betreibern verhängte Spielersperren in Ermangelung eines anbieterübergreifenden Systems leichter umgangen werden. Schließlich kann ein Wettfan einfach den nächsten Buchmacher wählen, sollte er von einem anderen ausgeschlossen werden.

GRAI stützt sich auf Daten des Economic and Social Research Institute (ESRI). Dieses untersucht das Spielverhalten der Iren und wird dazu in einigen Monaten einen umfassenden Report veröffentlichen. Die von der Behörde nun genannten Zahlen wurden ihr vorab bereitgestellt.

Über die häufiger als gedacht auftretenden Mehrfach-Accounts hinaus förderten die ESRI-Forscher weiteres Datenmaterial zutage. Demnach sind die Iren in unterschiedlichsten Situationen des täglichen Lebens bereit, Wetten zu platzieren. So wird dies von rund einem Zehntel der Spieler sogar während der Arbeitszeit vom Büro aus erledigt.

Problematisches E-Mail-Marketing

Ein besonderes Schlaglicht wirft die Studie auf die Marketingbemühungen der Buchmacher. Diese senden demnach gerade an ihre Vielspieler sehr viele E-Mails und Nachrichten mit Angeboten und Aktionen.

Laut ESRI berichtet ein Viertel der Spieler, täglich derartige Hinweise im Posteingang vorzufinden. Das könnte sich allerdings bald ändern. Dazu erklärte die GRAI-Vorsitzende Anne Marie Caulfield an die Wettfans gewandt:

Das ist etwas, von dem Sie sich künftig gemäß der Gesetzgebung abmelden können, wenn Sie diese Benachrichtigungen nicht erhalten möchten.

Vielleicht wird es darüber hinaus zu weiteren Verschärfungen der noch jungen Glücksspielgesetzgebung kommen. Grund dafür sind Prognosen, denen zufolge das Problemspiel im Land weitaus verbreiteter ist als angenommen.

So könnte das bei den Anbietern bliebe Cross-Selling künftig eingeschränkt oder verboten werden. Aktuell erhalten Spieler, die sich ein Wettkonto zugelegt haben, häufig auch Werbung für die Online-Casinos des jeweiligen Anbieters. Ob dies auch noch im kommenden Jahr möglich sein wird, dürfte nicht zuletzt von den Ergebnissen des ESRI-Berichts abhängen.