Verkauf an Melco: Neue Vorwürfe gegen Crown Resorts

Veröffentlicht am: 29. September 2020, 12:07 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 29. September 2020, 06:10 Uhr.

Die Verwicklungen von Australiens Casino-Konzern Crown Resorts in etwaige dunkle Geschäfte entwickeln sich zu einer nicht enden wollenden Geschichte. Am Montag wurde bei einer Untersuchung der Glücksspielbehörde von New South Wales bekannt, dass beim 2019 erfolgten Verkauf von Crown-Anteilen an den Glücksspielkonzern Melco nicht geprüft wurde, ob der umstrittene ehemalige Melco-Boss Stanley Ho noch an der Firma beteiligt war.

Crown Casino
Crown steht in der Kritik (Bild: Flickr/Indigo Skies Photo, Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0)

Am Montag sagte Michael Johnston vor der Untersuchungskommission aus. Für diese ist Johnston ist ein wichtiger Zeuge, denn er war zugleich Crown-Direktor und Finanzberater von Crown-Besitzer James Packer.

Welche Rolle spielte Stanley Ho?

Johnston gab zu, vor dem Verkauf der Anteile von Packer an Melco nicht geprüft zu haben, ob das Glücksspielunternehmen etwaige Verbindungen zu kriminellen Kreise unterhalte. Dabei sei es insbesondere um den ehemaligen Besitzer Stanley Ho gegangen.

Dem im Mai 2020 verstorbenen Milliardär waren in der Vergangenheit häufiger Verbindungen zur organisierten Kriminalität nachgesagt worden. Offiziell war er nicht mehr an Melco beteiligt. Die Führung hatte er zuvor an seinen Sohn Lawrence Ho abgegeben, dem keine Verstrickung in illegale Geschäfte nachgesagt wird.

Trotzdem habe Johnston seinem Chef gegenüber Bedenken bezüglich des Verkaufs geäußert. Packer habe diese jedoch beiseite gewischt und ihm per Textnachricht mitgeteilt:

Mike, das ist mein Leben und ich werde dich überstimmen.

Ist Crown lizenzberechtigt?

Von der Kommission wird untersucht, ob Crown weiterhin zum Betrieb von Casinos in Australien geeignet ist. Hintergrund ist, dass bei Erteilung der Glücksspiellizenz von staatlicher Seite verordnet wurde, dass Stanley Ho oder von ihm kontrollierte Unternehmen keinerlei Anteile an Crown halten dürfen.

Neben der Verbindung zu Ho steht Crown derzeit wegen einer Reihe weiterer Vorgänge in der Kritik. So wird das Unternehmen unter anderem der Geldwäsche und Bestechung bezichtigt. Zudem soll Crown ausländischen VIP-Spielern bei der illegalen Einreise nach Australien geholfen haben.

Crown und Melco hatten bereits 2016 über eine mögliche Beteiligung verhandelt. Schließlich verkaufte James Packer im Jahr 2019 für 1,76 Mrd. AUD (umgerechnet 1,1 Mrd. Euro) 19,9 % der Crown-Anteile an Melco.

Die Untersuchung wird diese Woche fortgesetzt. Beobachter dürften dabei insbesondere die Anhörung von James Packer mit Spannung erwarten, der im Laufe der Woche per Videokonferenz befragt werden soll.