Unbezahlte Gewinne lösen Untersuchung gegen Sportwetten­anbieter FanDuel aus

Veröffentlicht am: 8. August 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 7. August 2020, 11:37 Uhr.

Glücksspiel-Behörden mehrerer US-Bundesstaaten haben Ermittlungen gegen den Sportwettenanbieter FanDuel aufgenommen. Wie das Sportnachrichtenportal ESPN [Link auf Englisch] in dieser Woche berichtet hat, habe FanDuel Fußballwetten im Wert Zehntausender US-Dollar angenommen, die Gewinne jedoch in den meisten Fällen einbehalten.

Ein Stadion bei Nacht
Fußballwetten sorgen in den USA für Kontroversen. (Quelle: Pxhere)

Fehler bei der Quotenerstellung?

Der Großteil der unbezahlten Gewinne sei durch Wetten im US-Bundesstaat New Jersey erzielt worden. Dort habe FanDuel am 12. Juli unter anderem Sportwetten auf das Major League Soccer-Spiel zwischen dem FC Cincinnati und Atlanta United angeboten.

Das Brisante daran: Der Buchmacher habe die Gewinnquote des FC Cincinnati bei einem angenommenen Startvorsprung von fünf Toren mit einem Wert von 1,75 viel zu hoch festgelegt. Viele Spieler sahen darin eine sichere Wette und setzten stattliche Beträge auf das Match, welches Cincinnati am Ende tatsächlich mit 1:0 gewann.

Es ist nicht das erste Mal, das FanDuel Wettquoten zu hoch angesetzt hat. Im September 2018 hatte das Unternehmen das NFL-Team der Denver Broncos gegen die Oakland Raiders als 750 zu 1 Außenseiter geführt. Tatsächlich sei der Verein aber der Favorit mit einer Quote von 1.16 gewesen.

Einer der Wettenden stamme aus New York und habe knapp 10.000 US-Dollar in einem FanDuel-Wettbüro auf das Spiel platziert und mit dem Tipp mehr als 17.400 US-Dollar gewonnen. Als der Mann seinen Wettschein habe einlösen wollen, sei er jedoch abgewiesen worden. Ähnlich sei es einem Spieler gegangen, der im FanDuel-Wettbüro des Blue Chip Casinos im US-Staat Indiana Wetten auf die Paarung abgeschlossen habe.

Er sei von FanDuel telefonisch kontaktiert worden. Im Gespräch habe der Buchmacher mitgeteilt, dass die Wette annulliert worden sei. In Indiana ist dies legal möglich. Das Vorgehen könne allerdings Folgen haben, erklärte Jenny Reske von der Indiana Gaming Commission gegenüber ESPN:

Während die Wetten storniert werden, wird die Angelegenheit zur Überprüfung und möglichen Maßnahmen an unsere Compliance-Abteilung gesendet.

FanDuel selbst behält sich vor, Wetten zu stornieren, deren Quoten offensichtlich vom marktüblichen Durchschnitt abweichen. Spieler erhielten in diesem Fall ihren Einsatz zurück oder die gewonnene Wette werde zur üblichen Quote ausgezahlt.

Experten schätzten diese im Fall eines Sieges des FC Cincinnati nicht auf 1,75, sondern auf 1,075. Dies hätte einen wesentlich niedrigeren Gewinn der Wettenden bedeutet.

Die Behörden müssen nun entscheiden, wie mit den gewonnen Wetten weiterverfahren werden soll.