Thailand: Verdächtiger stellt sich nach tödlicher Schießerei in illegalem Casino

Veröffentlicht am: 7. August 2020, 02:33 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 7. August 2020, 02:34 Uhr.

Ein Verdächtiger im Fall um eine tödliche Schießerei in einem illegalen Casino in Bangkok, Thailand, hat sich gestern der Polizei gestellt. Wie die Bangkok Post [Seite auf Englisch] berichtet hat, seien bei dem Vorfall am Montag vier Menschen tödlich verwundet worden.

Bangkok
Die Schießerei fand in einem illegalen Casino in Bangkok statt. (Flickr: „Bangkok“ by Aleksandr Zykov, licensed under CC BY-SA 2.0)

Aus Notwehr geschossen

Der Verdächtige, der sich selbst Boy Bankrua nenne, sei ein Mitarbeiter des illegalen Casinos im Yannawa-Bezirk. Er habe gestanden, den 51-jährigen Thaworn Seesod aus Notwehr erschossen zu haben.

Zuvor habe Thaworn zwei Casino-Besucherinnen und einen Polizeibeamten getötet. Er habe daraufhin mit der Schusswaffe hantiert und dabei einen unruhigen Eindruck gemacht.

Der verdächtige “Boy Bankrua” habe befürchtet, von einem Irrläufer getroffen zu werden. Obwohl die Waffe nicht auf ihn gerichtet gewesen sei, habe er Thaworn daher erschossen. Anschließend sei er durch einen Hinterausgang geflüchtet.

Der getötete 32-jährige Polizeibeamte Watthanaset Samniangprasert von der Samae Dam-Polizeiwache habe sich als Spieler in dem illegalen Casino aufgehalten, so das Metropolitan Police Bureau. Die Polizei vermute, dass der getötete Thaworn den Polizisten aus Rachegründen in einem Streit über Glücksspiel erschossen habe.

Zeugen hätten ausgesagt, mehrere Schüsse gehört zu haben. Schätzungen zufolge hätten sich während der Schießerei etwa 60 Personen im Gebäude aufgehalten.

Es sei bekannt gewesen, dass in dem 4-stöckigen Geschäftshaus ein illegales Casino betrieben worden sei. Neben dem Kartenspiel Baccara seien hier auch Arcade-Spiele angeboten worden. Der Inhaber habe im Laufe der Zeit mehrere Male gewechselt.

Überwachungskameras entfernt

Als die Polizei 30 Minuten nach dem Schusswechsel am Tatort eingetroffen sei, habe man keine Überwachungskameras vorgefunden. Inzwischen sei bekannt geworden, dass Überwachungskameras aus dem Gebäude entfernt wurden.

Eine versteckte Kamera habe aufgezeichnet, wie sich mehrere Männer an den Kameras zu schaffen gemacht hätten:

Nimm alle [Kameras] ab. (…) Benutz eine Zange, um alle elektrischen Kabel abzuschneiden.

Es handle sich um etwa zwei Dutzend Kameras. Die Männer hätten darüber hinaus Einrichtungsgegenstände mitgenommen. Es werde nun untersucht, wer die Kameras entfernt habe, so Saharat Saksilpachai von der Metropolitan Police. Gerüchten, nach denen ein Polizist das illegale Casino betrieben haben könnte, widersprach der Beamte.

Der thailändische Premierminister Prayut Chan-o-cha habe sich unterdessen zu Wort gemeldet und beteuert, „niemanden davonkommen zu lassen“, sollte sich herausstellen, dass Polizisten in den Fall verwickelt seien.