Papierloser Lotto-Betrieb? Schwedens Lotterie testet digitale Alternative

Veröffentlicht am: 27. November 2020, 01:04 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 27. November 2020, 01:04 Uhr.

Die schwedische Lotteriegesellschaft Svenska Spel hat in den Städten Stockholm, Jönköping, Östersund und Kalmar ein neues Pilotprojekt gestartet. In Kooperation mit einigen Mini-Märkten der Einzelhandelskette Pressbyrån testet die Lotterie eine digitale Alternative zu ihren traditionellen Lottoscheinen.

Schwedischer Lottoschein Hände Lottozahlen ankreuzen
Svenska Spel testet digitale Alternative zum klassischen Lottoschein. (Bild: Svenska Spel Pressephotos)

Wie Svenska Spel am Donnerstag in seiner Pressemeldung erklärt hat [Seite auf Schwedisch], strebe das Unternehmen langfristig flächendeckend einen papierlosen Lotterie-Betrieb an.

Das digitale Lotto-Spiel soll über elektronische Lotto-Terminals innerhalb der Geschäfte erfolgen. Die Kunden könnten so ihre Lotto-Käufe eigenständig über einen Bildschirm tätigen, ohne mit den Angestellten des Geschäftes zu interagieren. Um auf die Lottospiele zuzugreifen, müssten sie zunächst ihre schwedische Sozialversicherungsnummer eingeben. So könne ihr Alter verifiziert werden. Anschließend könnten sie wie gewohnt die Lottozahlen frei wählen und das gewünschte Ticket bezahlen.

Gründe für die digitale Lottoalternative gebe es viele. Eine der Hauptmotivationen sei es, ein insgesamt umweltfreundlicheres Unternehmen zu werden. Sowohl Svenska Spel als auch Pressbyrån verfolgten seit langem dasselbe Ziel der Nachhaltigkeit. Gemeinsam wollten sie die Lottokunden daher nun in „eine neue Ära“ führen.

Laut Pressbyrån hätten die ersten Kunden sich bereits positiv zu der Neuerung geäußert. Sie befürworteten den Aspekt der Umweltfreundlichkeit und empfänden diese Art des Lotto-Spielens gleichzeitig als weniger zeitaufwendig und praktisch.

Auch eine Frage des Platzes und der Effizienz

Ganz uneigennützig sei die Digitalisierung jedoch nicht, räumt Svenska Spel ein. So gebe es insbesondere in kleineren Läden der Kette oft ein Platzproblem. Pressbyrån habe daher vor einiger Zeit erklärt, dass der Lotto-Verkauf in diesen Fällen keine Priorität für das Unternehmen darstelle.

Für die Einzelhandels-Kette sei es daher wichtig gewesen, ein „oberflächeneffizientes Konzept“ zu testen. So sollten die Lotto-Terminals derart gestaltet sein, dass zwei Personen gleichzeitig an ihnen spielen könnten.

Carolina Swaffer, die Leiterin der Einzelhandels- und Kundenservice-Abteilung bei Svenska Spel, erklärt:

Wir wissen, dass es immer wichtiger wird, die Ladenfläche optimal zu nutzen, und die neuen flexiblen Spiel-Terminals sind sehr platzsparend. Gleichzeitig machen wir einen großen Schritt innerhalb unserer gemeinsamen Nachhaltigkeitsarbeit, da weder physische Lottoscheine noch gedruckte Werbematerialien zum Einsatz kommen.

Das Pilotprojekt solle zunächst sechs Monate lang andauern. Die Reaktionen und Meinungen der Kunden seien dabei sehr wichtig. Sollten diese sich vorwiegend positiv zu den digitalen Spielen äußern, könnten die Terminals bald schon im ganzen Land aufgestellt werden, so die Lotto-Gesellschaft.

Sowohl Svenska Spel als auch Pressbyrån seien zuversichtlich, dass das digitale Lotto-Spiel bei den meisten Kunden gut ankommen werde.