Studie: Finnen sehen Glücksspiel zunehmend kritisch

Veröffentlicht am: 27. Juni 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 26. Juni 2020, 02:41 Uhr.

Die finnische Bevölkerung ist zunehmend kritisch gegenüber Glücksspiel eingestellt. Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Nationalen Instituts für Gesundheit und Wohlfahrt (THL) hervor.

Spielautomaten in Helsinki
Glücksspiel ist in Finnland in vielen öffentlichen Einrichtungen zugänglich. (Flickr: “Slot machines in Helsinki” by Marit & Toomas Hinnosaar, licensed under CC BY 2.0)

Einstellung zu Glücksspiel „leicht negativ“

Im Rahmen der Studie [Seite auf Finnisch] habe das THL Einstellungen zu Glücksspiel in Finnland im Jahre 2019 untersucht. Im Vergleich zur vorherigen Befragung aus dem Jahr 2015 habe sich die Einstellung der Finnen zu Glückspiel von „leicht positiv“ zu „leicht negativ“ entwickelt.

91 % der Befragten seien der Ansicht, dass Glücksspiel nicht gefördert werden sollte. 71 % glaubten, es gebe bereits zu viele Möglichkeiten für Glücksspiel im Land. Dagegen seien 61 % der Auffassung, dass Finnen das Recht hätten, zu spielen. 79 % der Befragten fänden, dass es keinen Grund gebe, Glücksspiel zu verbieten.

Mangelnder Spielerschutz in Finnland?

Mit 72 % sei der Anteil der Finnen, die sich für das bestehende Glücksspiel-Monopol ausspreche, um besseren Spielerschutz zu gewährleisten, gleichbleibend hoch.

Gemäß einer im März veröffentlichten Studie des finnischen Sozial- und Gesundheitsministeriums sei der Spielerschutz in Finnland jedoch nicht ausreichend.

Während sich zwar die Zahl der Problemspieler zwischen 2016 und 2017 verringert habe, hätten sich die Schäden durch Glücksspiel vergrößert.

Spielautomaten in separaten Räumen aufstellen

Aktuell befinden sich Spielautomaten in Finnland in Supermärkten, Cafés, Tankstellen, Bars und anderen öffentlichen Einrichtungen. 52 % der Befragten hätten sich dafür ausgesprochen, dies zu ändern und Spielautomaten in separaten Räumen aufzustellen. Im Jahr 2015 hätten sich lediglich 37 % entsprechend geäußert.

Besonders junge Menschen hätten ihre Einstellung zu Glücksspiel geändert. Den Ergebnissen der Studie zufolge spielten sie seltener an Spielautomaten als zuvor. Dies sei unter anderem Folge einer erhöhten Berichterstattung über problematisches Spielverhalten, sagt Anne Salonen, Glücksspiel-Forscherin am THL:

Die Medien haben viel über Glücksspiel und Sucht geschrieben, daher ist es möglich, dass insbesondere junge Erwachsene Probleme im Zusammenhang mit Glücksspielen kritischer betrachten.

Das THL untersucht die Einstellung der finnischen Bevölkerung regelmäßig seit 2007. An der Befragung im Jahr 2019 seien 3.994 Finnen im Alter von 15 bis 74 Jahren beteiligt gewesen.