Spielschulden: Student erpresst junge Frau

Veröffentlicht am: 7. Juni 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 5. Juni 2020, 05:56 Uhr.

Ein 30 Jahre alter Student der Queen’s University in Belfast, Nordirland, ist am Donnerstag vom Downpatrick Crown Court in Belfast wegen Erpressung zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und 100 Arbeitsstunden sowie zur Zahlung einer Entschädigung von 300 GBP verurteilt worden. Der Mann soll eine 25-Jährige zur Tilgung seiner Spielschulden erpresst haben.

Mann mit Baseballschläger
Spielschulden: Mann erpresst junge Frau um Geld. (Bild: pixabay.com)

Michael McBurney, der derzeit den Master-Studiengang des Finanz- und Rechnungswesens an der Queen’s University belegt, erschien per Video-Übertragung vor Gericht.

Spielsucht ist in Großbritannien und in Nordirland ein wachsendes Problem. Es gibt schätzungsweise 450.000 Menschen, die von Glücksspielproblemen betroffen sind. Als besonders problematisch erachten Spielsucht-Experten die vielen Bonusangebote und Gratiswetten, die Spieler in Online-Casinos dazu ermutigen soll, sich zu registrieren und Geld einzuzahlen.

Während die meisten Spieler verantwortungsbewusst mit dem Glücksspiel umgehen können, entwickeln einige Spieler problematisches Spielverhalten und geraten in die Schuldenfalle. Dies ist einer der Gründe, warum Spielsüchtige häufig in kriminelle Aktivitäten wie Diebstahl und Betrug verwickelt sind.

Die Verhandlung: Student steht wegen Erpressung vor Gericht

Die 25-jährige Frau, das spätere Opfer der Straftat, sei nach Angaben des Belfast Telegraph [Seite auf Englisch] am 30. März mit Freunden in der nordirischen Kleinstadt Newcastle unterwegs gewesen. McBurney soll sie angesprochen und nach Hause begleitet haben.

Da er sich als Polizeibeamter ausgegeben habe, habe die Frau Vertrauen gefasst. Sie soll ihn in ihre Wohnung eingeladen haben. McBurney soll gegen 6:30 morgens am folgenden Tag die Wohnung verlassen haben.

Als die Frau später auf ihrem Facebook-Account nachgeschaut habe, habe sie festgestellt, dass sie dort mit McBurney bereits befreundet gewesen sei. Am 1. April soll der Beklagte sie im Messenger um ihre Telefonnummer gebeten haben.

Später habe sie einen Anruf von einem Mann erhalten. Dieser habe der Frau gesagt, dass sie zusammen mit einem Polizisten gesehen worden sei. Dies sei in Downpatrick nicht gern gesehen. Es könne ihr „etwas Schlimmes“ passieren, wenn sie nicht 300 GBP bezahle, soll der Anrufer gedroht haben.

Das Geld habe sie in einem Mülleimer in Newcastle deponieren sollen. Die Frau habe sich aber einem Verwandten anvertraut. Daraufhin sei die Polizei informiert worden. McBurney sei schließlich am 16. April in Gewahrsam genommen worden.

Bei der Sichtung seines Smartphones entdeckten die Beamten die Nachrichten an die Frau sowie zahlreiche Nachrichten mit Forderungen der Rückzahlung seiner Spielschulden.