Bis zur Fußball Weltmeisterschaft sollen in den Spielhallen auf Mallorca 140 Sportwetten Terminals aufgestellt werden. Das Vorhaben wird vom Verband gegen Spielsucht heftig kritisiert.

Sportwetten Terminals

Sportwetten Terminals in den Spielhallen auf Mallorca (Bildquelle: imageholders.com)

Im August 2017 erhielten die mallorquinischen Spielhallen Betreiber die Erlaubnis, auch Sportwetten Terminals in ihren Räumlichkeiten aufzustellen. Auf der spanischen Insel wird anlässlich der Fußball WM nicht nur mehr Sport im Fernsehen verfolgt, sondern die Fans können jetzt auch ihre Wetten auf die Spiele abgeben.

In Spanien sind Sportwetten und Glücksspiele sehr populär. Einer Studie zufolge haben bereits vier von fünf Spaniern ihr Glück versucht.

Miquel Àngel Riera, der Vorsitzende des Balearischen Spiel- und Wettverbandes Sareiba, ist zuversichtlich und rät den Menschen zum Besuch einer der Spiellokale:

„Die Leute sollten mal vorbeischauen, das sind bezaubernde Lokale.”

Sportwetten Terminals in Lokalen mit spanischem Flair

Riera möchte auch kulturelle Aspekte mit dem Spiel verbinden. Er habe einen Ort im Sinn, an dem man sich nach der Arbeit treffen könne, um einen Kaffee zu trinken und dabei auch zu spielen.

Ein gediegenes Ambiente sei für das neue Image der Wettlokale besonders wichtig:

„Die Einrichtung eines Spielsalons kostet heutzutage 500.000 Euro. Das sind saubere Geschäfte, Drogen gibt es nicht.”

Spielhallen und Sportwetten auf Mallorca

Etwa 50 Spielhallen gibt es mittlerweile auf der Baleareninsel. Die meisten davon befinden sich in Palma.

Darüber hinaus gibt es noch vier Wettbüros, die ausschließlich Sportwetten anbieten. Ein fünftes Unternehmen hat eine Lizenz beantragt.

Noch befinden sich viele Spielhallen im Umbau. Die Sportwetten Terminals sind teilweise noch in Plastikfolie gehüllt, während die Spielautomaten gut besetzt sind.

Heftige Kritik seitens des Verbandes gegen Spielsucht

Antònia Miralles von der Asociación Juguesca, einer Organisation zur Bekämpfung der Glücksspielsucht, kritisiert hingegen die Pläne von Sareiba. Sie fordert eine Regulierung der Sportwetten.

Allerdings negiert die Pressestelle der Sareiba das Bestehen eines Problems und sagt dazu:

„Das Problem der Spielsucht ist nicht abhängig von der Anzahl der Glücksspielautomaten.”

Viel wichtiger sei präventive Arbeit. Daher gebe es auch eine enge Zusammenarbeit mit der Juguesca.

Die Spieler werden immer jünger

Die Fundación Codere und die Universität Carlos III in Madrid haben 2016 eine Studie durchgeführt. Diese ergab, dass 0,3 % der Spanier im Alter zwischen 18 und 75 problematisches Spielverhalten aufweisen.

Miralles sagt dazu, dass man heute noch ein paar Prozent drauflegen müsse. Über die Anzahl der jugendlichen Spielsüchtigen, die nicht in der Studie erfasst seien, könne nur spekuliert werden.

Besonders die jungen Menschen zwischen 18 und 25 seien stark betroffen. Miralles sieht einen großen Teil der Schuld in der Werbung. In einem Spot heißt es:

„Si lo sabes y no apuestas, duele” (Wenn du das Ergebnis wusstest und nicht gewettet hast, tut es weh)

Problematisch sei auch die Tatsache, dass bekannte Fußballstars wie der Mallorquiner Marco Asensio in den Spots mitwirken. Außerdem werden die Spots auch zu Zeiten ausgestrahlt, zu denen Kinder und Jugendliche vor dem Fernseher sitzen.

Auffallend viele Männer mit Suchtproblematik

Antònia Miralles erklärt, dass meist Männer die Beratungsstelle aufsuchen. Nur zwei Frauen mit problematischem Spielverhalten kämen auf zehn Männer.

Das könne aber auch daran liegen, dass vielen Frauen ihr Problem peinlich sei. Es sei anzunehmen, dass die Dunkelziffer viel höher liege.

Miralles hat auch Vorschläge zur Bekämpfung des Glücksspielproblems. Sie halte ein Zugangsverbot für sinnvoll, das sich die betroffene Person selbst auferlege:

„Wenn die Spielsüchtigen dann einen schwachen Moment haben, werden sie nicht mehr reingelassen.”

Allerdings müsse es dafür eine Zusammenarbeit mit den Spielhallen geben. Bis dato werde nur Minderjährigen der Zugang zu den Spielhallen verwehrt.