Sportwetten-Legende Billy Walters darf Gefängnis verlassen

Veröffentlicht am: 30. April 2020, 12:32 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 30. April 2020, 01:39 Uhr.

Die US-amerikanische Sportwetten-Legende Billy Walters wird vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Wie das Sportnachrichten-Portal ESPN am Donnerstag berichtet hat, dürfe Walters den Rest seiner Freiheitsstrafe im Hausarrest verbüßen.

Stacheldraht und eine Pflanze
Hoffnung für Billy Walters. Er darf das Gefängnis verlassen. (Quelle: Pixabay)

Der 73-Jährige, dessen Vermögen auf bis zu 500 Millionen US-Dollar geschätzt wird, war im Jahre 2017 unter anderem wegen Verschwörung und Aktienbetrug zu fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe in Höhe von 10 Millionen US-Dollar verurteilt worden.

Walters kam aus bescheidenen Verhältnissen. Als er in den 1980er-Jahren in Las Vegas zu spielen begann, häufte er schnell einen Schuldenberg von 200.000 US-Dollar an. Durch Detailanalysen von Sportmannschaften entwickelte Walters schließlich ein gewinnbringendes Sportwettensystem.

In der Sportwettenszene hatte sich Walters wegen seiner großen Erfolge einen Namen gemacht. Laut dem Magazin Sports Illustrated (Link auf Englisch), bestätigten Buchmacher in Las Vegas, dass Walters mit Basketball- und American Football-Wetten nie ein Verlustjahr erlitten habe. Der Profizocker soll so erfolgreich gewesen sein, dass sich Sportwettenanbieter weigerten, Walters Wetten anzunehmen.

Insider-Betrug bringt Walters in Schwierigkeiten

Obgleich Walters einen Großteil seines Reichtums mit Sportwetten und Unternehmensgründungen verdiente, war er auch als Investor an der Börse tätig. Dabei schien der Spieler ein glückliches Händchen zu haben. Laut der New Yorker Staatsanwaltschaft verdiente Walters mit Aktien des Lebensmittelherstellers Dean Foods zwischen 2008 und 2015 geschätzte 40 Millionen US-Dollar.

Die Behörde hatte Ermittlungen gegen Walters eingeleitet, nachdem sich Hinweise auf einen Informationsaustausch zwischen ihm und dem damaligen Dean Foods-Vorsitzenden Thomas Davis gemehrt hatten.

Vor der Staatsanwaltschaft gab Davis zu, vertrauliche Unternehmensinterna an Walters weitergegeben zu haben. Nationales Interesse erregte der Insider-Fall vor allem deswegen, weil Golf-Legende Phil Mickelson ebenfalls in die Affäre involviert war.

Nach Informationen der Staatsanwaltschaft war der Hall-Of-Fame-Golfer ein Bekannter von Walters und verdiente durch dessen Informationen knapp eine Millionen US-Dollar mit Dean Foods-Aktien. Vor Gericht verantworten musste sich Mickelson allerdings nie.

Eine geringe Rückfallgefahr

Dass Walters vorzeitig freikommt, ist vermutlich ein Zeichen, dass die Behörden nicht an seine kriminelle Rückfallgefahr glauben. Nach seiner Verurteilung hatte Walters vor Gericht gesagt:

Ich habe gerade die größte Wette meines Lebens verloren. Zu sagen, dass ich überrascht bin, wäre die größte Untertreibung meines Lebens (…). Ich stehe völlig unter Schock.

Ob Walters nach dem Hausarrest seinen alten Beruf als Profizocker fortführen wird, ist unklar.