Millionengewinn nur Systemfehler? Spielerin droht Glücksspiel-Betreiber BetMGM mit Klage

Veröffentlicht am: 24. Juni 2021, 12:02 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 24. Juni 2021, 12:03 Uhr.

Die US-Amerikanerin Jacqueline Davis hat eigenen Angaben zufolge 3 Mio. USD im Online-Casino des Glücksspielanbieters BetMGM gewonnen. Doch das Unternehmen verweigere die Auszahlung mit der Begründung, dass dem Gewinn ein Systemfehler zugrunde gelegen habe. Nun will die Spielerin den Konzern verklagen.

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Der vermeintliche Millionengewinn soll einem Systemfehler geschuldet sein (Quelle:ccnull.de/Marco Verch, licensed under CC BY-SA 2.0)

Viel verloren, mehr gewonnen

Ganze fünf Tage am Stück, so beschreibt es Jacqueline Davis aus Detroit dem Sender Fox6 gegenüber [Seite auf Englisch], habe sie im März mit dem St. Patricks Day-Special “Luck O’ the Roulette” von BetMGM zugebracht.

Nach einem ersten Einsatz von 50 USD habe sie einfach immer weitergespielt und ihre Einsätze bis zum Maximum von 5.000 USD erhöht. Ihr Spielprinzip sei recht simpel gewesen:

[Ich setzte auf] so ziemlich jede Zahl auf dem Tisch. Ich habe viel verloren, aber ich habe auch viel gewonnen.

Zwischenzeitlich sei sie sogar mit 11 Mio. USD im Plus gewesen. Bei einem Kontostand von 3 Mio. USD habe sie entschieden, dass es nun genug sei.

Einige Tage später sei sie zum MGM Standort in Detroit aufgebrochen, um einen Teil des Millionengewinns vorab zu erhalten. Widerstandslos habe ihr der Glücksspielanbieter 100.000 USD in bar ausgezahlt.

Am nächsten Tag habe sich BetMGM jedoch geweigert, ihr erneut Geld auszuzahlen. Ihr Gewinn sei lediglich auf einen Fehler im System zurückzuführen, so die Erklärung.

100.000 statt 3 Millionen?

Dies will der mittlerweile von Davis hinzugezogene Anwalt nicht gelten lassen. Selbst wenn es diese Panne gegeben habe, müsse MGM zahlen. So seien die Glücksspiel-Anbieter dazu verpflichtet, ihre Spiele alle 24-Stunden zu prüfen. Seine Mandantin habe jedoch, abgesehen von kurzen Unterbrechungen, fünf Tage am Stück gespielt.

Fehlfunktionen beim Online-Glücksspiel oder an Automaten sind keine Seltenheit. Viele Betreiber schützen sich in ihren AGB vor möglichen diesbezüglichen Regressansprüchen. Immer wieder machen jedoch auch Fälle, insbesondere aus den USA, Schlagzeilen, in denen Spieler versuchen, ihre vermeintlichen Mega-Gewinne einzuklagen. Meist kommt es in der Folge zu außergerichtlichen Einigungen, deren Details unter Verschluss bleiben.

Zudem müsse sich MGM die Frage gefallen lassen, welche Einnahmen der Konzern mit “Luck O’ the Roulette” gemacht habe. Insofern die Panne dem Gewinn seiner Mandantin zugrunde liege, sei davon auszugehen, dass der Fehler auch für die Verluste anderer Spieler verantwortlich sei. Entsprechend sei interessant, ob MGM den Spielern ihr Geld ebenso erstattet habe, wie der Konzern die Gewinnauszahlung verweigere.

Davis und ihr Anwalt drohen dem Glücksspiel-Riesen nun mit einer Klage, in deren Verlauf er unter Umständen seine Zahlen offenlegen müsste.

Zwischenzeitlich soll der Glücksspielanbieter der Frau einen Vergleich angeboten haben: Sie dürfe die bereits ausgezahlten 100.000 USD behalten, wenn sie im Gegenzug verbindlich zusichere, über den Vorfall zu schweigen. Dass dieses Kalkül nicht aufgegangen ist, zeigen Davis‘ aktuelle Interviews und ihre angedrohte Klage.