Blackstone: Hohe Glücks­spiel-Invest­itionen in Asien geplant?

Veröffentlicht am: 16. April 2022, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 15. April 2022, 10:54 Uhr.

Die US-Investmentgesellschaft Blackstone plant Medienberichten zufolge milliardenschwere Glücksspiel-Investitionen in Asien. Das Unternehmen, das im März den Kauf des Casino-Betreibers Crown Resorts für 6,7 Mrd. USD bekanntgegeben hatte, wolle demnach weitere 11 Mrd. USD in Fernost investieren.

Skyline von Macau
Blackstone will in Asien stärker Fuß fassen (Bild: Flickr/Aleksandr Zykov, CC BY-SA 2.0)

Neben Immobilien- und Firmenkäufen stehe der Glücksspiel-Bereich im Fokus. Dabei gingen die Pläne weit über das asiatische Spielerparadies Macau hinaus. Blackstone, das bis 2026 über 1 Billion USD an Geldern verwalten will, sei auch an Investitionen in Ländern wie Südkorea und Japan interessiert.

In beiden Staaten gibt es starke Tendenzen zur Aufweichung der bisher strikten Glücksspiel-Regelungen. Insbesondere in Japan wird die Genehmigung der ersten integrierten Casino-Resorts mit Macht vorangetrieben. Blackstone, das in dem Land der aufgehenden Sonne Immobilien im Wert von über 10 Mrd. USD besitzt, rechne sich deshalb gute Chancen aus, auf dem dortigen Glücksspiel-Markt Fuß zu fassen.

Trotz des Interesses am Glücksspiel-Business plane Blackstone eine Diversifikation seiner Investitionen. Die Vorsicht scheint angesichts der unsicheren Situation in der Corona-gebeutelten Branche angebracht zu sein. Gerade in China, wo Blackstone ebenfalls hohe Investitionen getätigt hat, wurde zuletzt deutlich, dass die Regierung eine noch striktere Haltung gegenüber dem Glücksspiel eingenommen hat. Dies könnte ein Grund dafür sein, warum sich das Blackstone-Management bei allzu euphorischen Äußerungen über die Zukunft des Glücksspiels in der Region zurückhält.

Neue Möglichkeiten am Golf?

Neben den Glücksspiel-Märkten in Fernost könnten sich für Blackstone und andere Casino-Betreiber bald auch in einer anderen Weltregion neue lukrative Möglichkeiten ergeben. Letzte Woche verdichteten sich erneut Gerüchte, denen zufolge in den Vereinigten Arabischen Emiraten Lockerungen des geltenden Glücksspiel-Verbots möglich sein könnten.

Demnach gebe es an den verantwortlichen Stellen in den Emiraten Ras Al Khaimah und Dubai Überlegungen hinsichtlich der Genehmigung von Casinos für ausländische Touristen. Nachdem der Wynn-Konzern bereits Anfang des Jahres sein Interesse am Bau eines entsprechenden Resorts in Ras Al Khaimah erklärt hatte, zog laut Medienberichten nun auch Caesars Entertainment nach.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters [Seite auf Englisch] erklärte der für die Region zuständige Manager Anthony Costa:

Die Erkenntnis, dass es in den Vereinigten Arabischen Emiraten das Potenzial für Glücksspiele gibt, in welcher Form auch immer, erlaubt es Firmen wie Caesar’s und MGM, sich das genau anzusehen. Ich finde das wunderbar.

Sollte es zur Vergabe von Lizenzen kommen, werde sein Unternehmen so wie jeder andere Glücksspiel-Anbieter auch ein Gebot abgegeben. Die Voraussetzungen für Caesars in Dubai scheinen gut. Das Unternehmen betreibe bereits seit 2018 ein Resort in dem Emirat. Dieses könne problemlos um ein Casino erweitert werden.

Allerdings ist Caesars nicht der einzige Interessent. Nur wenige Kilometer von dessen Standort entfernt baut der Casino-Gigant MGM Resort ein weiteres Resort. Ob und wer das Rennen um eine der möglichen Lizenzen macht, ist deshalb derzeit vollkommen ungewiss.