Philippinisches Gericht erlässt Haftbefehl gegen japanischen Casino-Mogul

Veröffentlicht am: 7. Januar 2019, 01:27 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 7. Januar 2019, 01:27 Uhr.

Ein philippinisches Bezirksgericht hat am Freitag Haftbefehl gegen den japanischen Casino-Mogul Kazuo Okada (76) erlassen.

Kazuo Okada
Kazuo Okada hat rechtliche Schwierigkeiten. (Quelle: Youtube)

Der ehemalige CEO der malaysischen Tiger Resorts Leisure and Entertainment Inc. soll Firmengelder in Höhe von 3.15 Millionen Dollar (ca. 2.75 Millionen Euro) ohne Einwilligung des Vorstandes auf Privatkonten transferiert haben.

Der Unternehmer weist alle Vorwürfe zurück. Es habe sich bei den Zahlungen um Kompensationen für geleistete Dienste gehandelt.

Wer ist Kazuo Okada?

Kazuo Okada ist ein japanischer Casino-Unternehmer, der im Jahre 1942 geboren wurde. Okada, der bereits früh seinen Vater verlor, fungierte als Unterstützer seiner Familie und studierte Ingenieurwesen, um sein Interesse an technischen Prozessen zu vertiefen.

Im Jahre 1969 gründete Okada die Firma Universal Lease, die Arcade-Spiele für Kinder herstellte. Einige Jahre später arbeite er an Pachinko-Maschinen und entwickelte einen Hybrid aus Pachinko- und Slot Machine. In den 90er-Jahren galt Okadas Unternehmen als einer der größten Hersteller von Pachinko-Maschinen in Japan und bescherte ihm Millionenumsätze.

In den 2000ern investierte der Japaner, der seinen Wohnsitz in Hong Kong unterhält, 380 Millionen in die Firma Wynn Resorts, als deren Manager er fungierte.

Kazuo Okada gilt mit einem geschätzten Vermögen von 2.4 Milliarden Dollar als einer der reichsten Männer Japans. Seine Freizeit widmet der Kunstliebhaber der eigenen Kunstkollektion.

Der Lauf der Dinge

Der Haftbefehl gegen den japanischen Unternehmer folgte knapp einem Monat, nachdem das philippinische Justizministerium am 07. Dezember 2018 überraschend eine Anklage wegen Betruges gegen Okada befürwortete.

Denn noch im Mai 2018 hatte die Bezirksstaatsanwaltschaft von Parañaque City eine Strafanklage gegen Okada mit der Begründung abgelehnt, es handle sich bei der Rechtsstreitigkeit um eine Auseinandersetzung privatrechtlicher Art.

Laut Behörde besteht nun allerdings hinreichender Tatverdacht, dass Okada und ein Mitangeklagter wenigstens in drei Fällen illegal Unternehmensgelder der Tiger Resorts Leisure and Entertainment Inc. von Firmenkonten auf Privatkonten überwiesen und sich dadurch strafbar gemacht haben.

Grund für das juristische Umdenken der Staatsanwaltschaft ist der Artikel 1456 des philippinischen Zivilgesetzes. Hiernach müssen finanzielle Kompensation für geleistete Dienste, die durch „Irrtum oder Betrug“ erhalten wurden, aufbewahrt und an den rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden.

Ist das nicht der Fall, kann das Unterlassen eine kriminelle Strafbarkeit begründen.

Okada wehrt sich

Schon am 19. Dezember 2018, vor Erlass des Haftbefehls, hatten sich Okada und seine Anwälte mit einem Wiederaufnahmegesuch gegen die strafrechtliche Verfolgung gewehrt.  In dem Schriftstück, aus dem das Nachrichtenportal ABS-CBN.News (Link auf Englisch) zitiert, heißt es:

„Es ist offensichtlich, dass die von Herrn Okada rechtmäßig erworbenen Gelder weder irrtümlich erhalten, noch durch Betrug abgesichert wurden, um ein stillschweigendes Vertrauen im Sinne von Artikel 1456 des Zivilgesetzes zu begründen.“

Okada habe das Unternehmen gemanagt, beraten und sich das Geld somit auf ehrliche Weise verdient. Ob diese Verteidigungsstrategie mit genug Beweisen untermauert war, ist fraglich.

Schließlich scheint Rolando How, amtierender Richter am Regionalstrafgericht von Parañaque City, den Ausführungen der Juristen keinen Glauben zu schenken.

Er setzte eine Kaution in Höhe von 348.000 philippinischen Peso (ca. 5800 Euro) gegen Okada fest.

Ob sich Kazuo Okada bei Erlass des Haftbefehls noch auf den Philippinen befand, ist bislang unklar. Sollte sich der Geschäftsmann mittlerweile in seiner Heimatstadt Hongkong aufhalten oder gar nach Japan gereist sein, könnte dem Hauptverfahren ein langwieriges Auslieferungsverfahren vorangehen.

Kein unbeschriebenes Blatt im Gerichtssaal

Kazuo Okada ist in Sachen Rechtstreitigkeiten kein unbeschriebenes Blatt.

Bereits im Jahre 2012 hatte Okada Wynn Resorts auf Auskunft verklagt. Der Unternehmer wollte Einsicht in die Geschäftsbücher des Casinounternehmens nehmen, um zu sehen, wie Firmengelder investiert werden.

Okada Manila
Das Okada Manila. Ein Großprojekt des Investors. (Quelle. Wikipedia)

Laut eigener Aussage wollte Okada mit der Klage seine Investitionen schützen. Der Japaner war skeptisch, ob investierte Gelder tatsächlich wie nach Absprachen angelegt wurden.

Okadas Firma Universal Entertainment Corporation war zu dieser Zeit einer der Hauptanteilseigner von Wynn Resorts und pumpte zuvor mindestens 380 Millionen Dollar (ca. 332 Millionen Euro) in das Unternehmen, das prominente Casinoprojekte in Macau realisieren wollte.

Im Mai 2017 wurde Okada als Direktor der in Hongkong registrierten Okada Holdings Ltd. abgesetzt. Das Unternehmen, welches er im Jahr 2010 gründete, behauptete, der Chef habe Millionen von Dollar missbräuchlich verwendet.

Für einen Skandal sorgten die Meldungen der Festnahme Okadas im August 2018. Okadas eigenes Unternehmen, die Universal Entertainment Corporation, bestätigt in einem Schreiben, dass ihr Vorsitzender von Hongkonger Anti-Korruptionsbehörden festgenommen worden sei.

Okada, der im bitteren Streit das Unternehmen verließ, wurde vorgeworfen, sich auf nicht legale Weise an Firmenwerten bereichert zu haben.