Neue Empfehlungen zur Glücksspiel-Regulierung in Großbritannien

Veröffentlicht am: 5. August 2020, 03:19 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 5. August 2020, 03:19 Uhr.

Die britische Vereinigung Social Market Foundation (SMF) hat heute einen Entwurf zur Glücksspiel-Neuregulierung in Großbritannien veröffentlicht. Der Bericht enthält Empfehlungen für die Regierung, auf Basis derer der Glücksspielmarkt insgesamt strikter reguliert werden könnte.

Gesetzbuch und Richterhammer
Entwurf für neues britisches Regelwerk für Glücksspiel ausgearbeitet (Bild: PxHere/CC0 Public Domain)

Wie die SMF auf ihrer Webseite erklärt, solle der Bericht [Seite auf Englisch] als Leitfaden dienen, ein neues und zeitgemäßes Glücksspielgesetz zu schaffen, welches die digitalen Entwicklungen der letzten 15 Jahre berücksichtige.

Die Hauptziele seien erhöhte Fairness auf dem Glücksspielmarkt, eine bessere Regulierung von Glücksspiel-Anbietern mit Sitz im In- und Ausland sowie eine effiziente Minderung der mit Glücksspiel in Verbindung stehenden Suchtproblemen.

Einige der wichtigsten Forderungen im Überblick:

  • Einsatz-, Zeit-, und Einzahlungslimits für Online-Glücksspiel sollen festgelegt werden.
  • Die Steuersätze von Anbietern aus dem Ausland sollen an jene im Inland angeglichen werden.
  • Anbieter sollen nicht mehr unter der Lizenz von anderen Anbietern arbeiten dürfen (Abschaffung des sogenannten White-Labels).
  • Strafen bei Verstößen gegen die Glücksspielgesetze sollen transparent und einheitlich sein.
  • Glücksspiele sollen in verschiedene Kategorien eingeteilt werden und dementsprechend unterschiedlich lizenziert werden.

Strikte Limits für Online-Casinos gewünscht

Die Empfehlungen der SMF beruhen dabei grundsätzlich auf dem Ziel, das Online-Glücksspiel aus regulatorischer Perspektive dem landbasierten Glücksspiel anzugleichen. So heißt es im Bericht:

Landbasierte Spielstätten müssen sich an deutlich mehr Restriktionen halten, um Spielerschutz zu gewährleisten und vor Ort sind Personen, die nach risikoreichem Spielverhalten Ausschau halten. Das ist online nicht der Fall und es sollte eine bessere Regulierung geben, um dies widerzuspiegeln.

So solle es künftig auch in Online-Casinos strikte Limits für Einzahlungen und Spieldauer geben. Für Online-Spielautomaten sei ein Einsatzlimit von 1 bis 5 GBP pro Spin denkbar. Dies passe zu dem 2-GBP-Limit, welches seit letztem Jahr für landbasierte Fixed-Odds-Betting-Terminals (FOBTs) gelte.

Auch die monatlichen Ausgaben für Online-Glücksspiele pro Spieler sollen eine Obergrenze erhalten. Im Gespräch seien 100 GBP, unabhängig davon, wie viel ein Spieler sich tatsächlich leisten könne.

Die Begründung dafür sei, dass der Betrag von 100 GBP bereits jetzt dem Durchschnitt entspreche. Gleichzeitig bewahre das Limit Problemspieler vor exzessiven Einsätzen.

UK Gambling Commission soll ersetzt werden

Eine der umfangreichsten Änderungen, die von der SMF vorgeschlagen wird, besteht in der Auflösung der UK Gambling Commission in ihrer jetzigen Form. Stattdessen solle es ein „abteilungsübergreifendes Glücksspiel-Quartett“ geben.

Für die Lizenzvergabe solle die sogenannte „Gambling Licensing Authority“ zuständig sein. Diese würde dem Justizministerium und dem Ministerium für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie unterstellt.

Das Ministerium für Gesundheit und Soziales solle die Sektoren Forschung, Aufklärung und Spielsuchtbehandlung kontrollieren und das Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport solle Lotterien, Glücksspielwerbung sowie mit dem Glücksspiel in Verbindung stehende Events überwachen.