Die britische Regierung hat sich gegen den Rat der Glücksspielkommission und der Vereinigung für verantwortungsvolles Glücksspiel (RGSB) entschieden und den Höchsteinsatz an den FOBTs von 100 Pfund auf 2 Pfund Sterling gesenkt.

Höchsteinsätze an FOBTs eingeschränkt

Ministerin Tracey Crouch verkündet Beschluss der Regierung, die Höchsteinsätze der FOBTs zu begrenzen. (Bildquelle: hindustantimes.com)

Dieser Beschluss wurde von Tracey Crouch, Ministerin der Abteilung für Digitales, Kultur, Medien und Sport (DCMS), am 17. Mai bekanntgegeben und könnte weitreichende Auswirkungen auf

Sowohl Philip Bowcock, CEO von William Hill, als auch Fred Done, Manager von Betfred, haben vor dieser Maßnahme gewarnt, denn sie sehen die Gefahr, dass die Hälfte ihrer Wettbüros geschlossen werden müssen.

Nach Einschätzung der Wirtschaftsprüfer KPMG könnte die Herabsetzung der Einsätze auf 2 Pfund Sterling für den Staat einen Steuerverlust von 1,1 Milliarden Pfund Verlust innerhalb der nächsten drei Jahre bedeuten.

Örtliche Behörden könnten 45 Millionen Pfund an Steuereinnahmen verlieren und die britische Pferderenn-Industry bis zu 50 Millionen Pfund.

Ausgleich der Verluste durch höhere Steuerabgaben

Um etwaige negative Auswirkungen auf die öffentlichen Finanzen zu decken und die Finanzierung wichtiger öffentlicher Dienstleistungen zu gewährleisten, geht die Regulierung der Einsätze an den FOBTs mit einer Erhöhung der Steuerabgaben einher, die von den Online Sportwetten– und Glücksspielanbietern entrichtet werden müssen.

Die Herabsetzung der Höchsteinsätze wurde als Mittel zur Verringerung des Risikos der Spielsucht und der daraus resultierenden finanziellen Probleme gerechtfertigt. Allerdings haben umfangreiche Studien bereits belegt, dass derartige Maßnahmen wenig erfolgsversprechend sind.

FOBTs bergen Gefahr hoher Verluste

Nach Ansicht der Regierung haben FOBT Maschinen ein hohes Potential für Spielsucht und großer finanzieller Verluste der Spieler.

Die Glücksspielkommission hat nun die Aufgabe, Gespräche mit Vertretern der Glücksspielindustrie zu führen, um die Spielerschutzmaßnahmen für die Terminals zu verbessern und Ausgaben- und Zeitgrenzen zu prüfen.

Matt Hancock, Außenminister des DCMS, sagt:

„Wenn wir Menschen schützen wollen, dürfen wir nicht auf halbem Wege stehenbleiben, sondern müssen Stellung beziehen. Diese Geräte verursachen große soziale Probleme und richten sich besonders an unterprivilegierte Gesellschaftsschichten. Wir sind entschlossen, dies zu verhindern und wollen eine gerechtere Gesellschaft für alle gewährleisten!“

Tracey Crouch äußert sich ebenfalls zu diesem Beschluss:

„Problematisches Spielverhalten kann das Leben von Personen, Familien und ganzen Gemeinschaften zerstören. Es ist richtig, dass wir uns entschieden haben, eine verantwortungsvolle Glücksspielindustrie zu garantieren, die die Schwächsten in unserer Gesellschaft schützt.

Wir verbessern den Schutz von Online Spielern, treiben die Forschung voran und sorgen für strengere Regeln bei der Glücksspielwerbung. Wir werden mit Vertretern der Glücksspielindustrie zusammenarbeiten und sind zuversichtlich, dass ein Gleichgewicht hergestellt werden kann.“

Weitere geplante Maßnahmen zum Spielerschutz

Neben der Reduzierung der Einsätze an den FOBTs hat die Regierung weitere Maßnahmen vorgesehen:

Die Glücksspielkommision wird den Spielerschutz für das Online Glücksspiel verschärfen, und dies beinhaltet eine strengere Alterskontrolle. Darüber hinaus sollen Anbieter die Einzahlungen von Spielern begrenzen, bis entsprechende Nachforschungen über die finanzielle Lage der Spieler angestellt worden sind.

Eine größere Werbekampagne zur Förderung des verantwortungsbewussten Glücksspiels, die mehrere Millionen Pfund kosten wird, soll noch in diesem Jahr durchgeführt werden.

Bei Werbespots soll eine durchgehende Meldung für verantwortliches Glücksspiel erscheinen.

Die Gesundheitsbehörde wird eine Studie veranlassen, die den Zusammenhang zwischen Glücksspiel und gesundheitlichen Schäden aufzeigen soll.

Im Rahmen der kommenden Lizenzausschreibungen soll das Mindestalter für die National Lottery, die gegenwärtig 16 Jahre beträgt, noch einmal überprüft werden.

Um die oben genannten Änderungen durchzuführen, bedarf es der Zustimmung des Parlaments. Seitens der Regierung wurde weiterhin geäußert, dass auf eine Zusammenarbeit mit der Glücksspielindustrie nicht verzichtet werden könne und dass den Betreibern genügend Zeit für die notwendigen technischen Veränderungen bleiben werde.