Lizenz für geplantes Hard Rock Casino Resort in Spanien um drei Monate verlängert

Veröffentlicht am: 10. Dezember 2019, 12:28 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. Dezember 2019, 01:01 Uhr.

Das in Spanien geplante Casino-Resort der Hard Rock Gruppe steht derzeit auf der Kippe. Ende der vergangenen Woche hat die katalanische Regionalregierung einer dreimonatigen Verlängerung der Glücksspiellizenz zugestimmt. Ob damit die Umsetzung des Casino-Resorts gesichert werden kann, ist allerdings weiterhin unklar.

Tarragona, Costa Daurada, Spanien
Die Errichtung des Hard Rock Casino an der spanischen Costa Daurada ist noch unklar. (Bild: Pixabay/neufal54)

Anforderungen an die Erteilung der Baugenehmigung nicht erfüllt

Im vergangenen Jahr wurde Hard Rock die Glücksspiellizenz für das Mega-Casino Hard Rock Entertainment World erteilt, das in der Nähe der katalanischen Stadt Tarragona errichtet werden soll.

Hard Rock hatte bis zum Mai dieses Jahres Zeit, alle hierfür erforderlichen Anforderungen zu erfüllen. Diese beinhalteten den Kauf des Landes, auf dem das Casino Resort errichtet werden soll. Nachdem Hard Rock den Kauf des Grundstücks im Mai noch nicht vollzogen hatte, verlängerte die katalanische Regierung die Lizenz um sechs Monate.

Doch auch diese Frist verstrich am vergangenen Donnerstag, ohne dass die Hard Rock Gruppe die erforderliche Dokumentation, darunter die Kaufpapiere, vorgelegt hätte.

Im Mai 2018 hatte das katalanische Wirtschaftsministerium Hard Rock den Zuschlag für die Errichtung und den Betrieb eines Mega-Casinos in den Städten Vila-seca und Salou in der Region Tarragona an der Costa Daurada erteilt. Das Projekt, das vormals unter dem Namen BCN World bekannt war, soll dazu beitragen, den Tourismus und die Freizeitangebote in der Region zu stärken.

Hard Rock war der einzige Anbieter, der ein Angebot für die Entwicklung des Casino Resorts abgab, nachdem sich andere Unternehmen, darunter die katalanische Gruppe Peralada und der chinesische Glücksspielbetreiber Melco, zurückgezogen hatten. Es ist ein Spielbereich von 7.595 m² mit 1.200 Slots und 100 Spieltischen vorgesehen. Zudem sind zwei Hotels, Geschäft auf 15.000 m² und Restaurants geplant.

Kritiker, darunter die Umweltschutzgruppen Aturem Bcn World und GEPEC-EdC, die seit der Gründung des Projektes Kritik geübt hatten, forderten die katalanische Regierung auf, die Lizenz zu widerrufen und das Projekt einzustellen.

Sie kritisierten, dass Unterlagen, wie der Bebauungsplan, aber auch die Finanzierungsvereinbarung, nicht fristgerecht eingereicht worden waren. In einer Mitteilung forderte Aturem BCN World die Regierung auf,

„… den Zähler wieder auf Null zu setzen und die Spekulation um Gebiete einzustellen, die der Caixa gehören und die der Regierung bisher nur juristische und ökonomische Kopfschmerzen bereitet sowie ein Gefühl allgemeiner Frustration erzeugt haben.“

Ende der Woche hat Hard Rock gleichwohl erneut eine Lizenzverlängerung beantragt und für drei Monate erhalten. Damit ist jedoch noch nicht sicher, ob der Kauf tatsächlich vollzogen werden kann.

Kauf des Grundstücks in der Schwebe

Das betreffende Grundstück gehört derzeit der Holding-Gesellschaft Criteria Caixa. Die vorigen Eigentümer waren für den Bau des Themenparks Port Aventura enteignet worden, fordern nun jedoch mehr Geld, da sie davon ausgehen, dass der Wert der Grundstücke massiv gestiegen sei und sie keinen fairen Preis erhalten hätten.

Damià Calvet, katalanischer Minister, Spanien, Katalonien
Minister Damià Calvet sieht für das geplante Casino Resort keine Alternative zum Glücksspiel-Betreiber Hard Rock. (Bild: Flick/Flickr_Convergència Democràtica de Catalunya )

Ein Richter muss nun über eine etwaige Aufstockungszahlung entscheiden.

Der Kaufpreis für das Grundstück wurde zur Zeit des Zuschlages auf 110 bis 120 Mio. Euro geschätzt. Unklar ist, um wieviel er nun steigen könnte und ob Hard Rock bereit wäre, den höhen Kaufpreis zu zahlen.

Für die katalanische Regierung allerdings wäre ein Rückzug der Hard Rock Gruppe aus dem Projekt ein schwerer Schlag. Hard Rock sah für die Errichtung und die Entwicklung des Casinos eine Investition von mehr als 2 Mrd. Euro vor und gab an, mehr als 2.000 Angestellte innerhalb der ersten fünf Jahre des Casino-Betriebes einstellen zu wollen.

Alternativen zur Hard Rock Gruppe gibt es für die katalanische Regierung nicht, wie der Minister für Territorium und Nachhaltigkeit, Damià Calvet, in der vergangenen Woche mitteilte. Nur, wenn Hard Rock der Caixa das Grundstück abkaufe, könne des Casino-Projekt starten.

Diese Aussage steht, wie die spanische Tageszeitung El País ausführt, allerdings im Gegensatz zur einer Klausel, die die Regierung stark an das Projekt binde und mit der sie sich verpflichtet habe, der Caixa die betreffenden Parzellen abzukaufen, sollte sich kein Unternehmen hierfür finden.

Ein Rückzug der Hard Rock Gruppe dürfte damit nicht nur die wirtschaftliche und touristische Entwicklung der Region beeinträchtigen, sondern auch ein großes Loch in die Haushaltskasse der Regionalregierung reißen.