Online-Glücksspiel-Anbieter Kindred Group entlässt 75 Mitarbeiter

Veröffentlicht am: 13. April 2020, 11:40 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. April 2020, 11:40 Uhr.

Der skandinavische Glücksspiel-Anbieter Kindred Group (früher Unibet Group) hat bekannt gegeben, 75 Mitarbeiter entlassen zu wollen. Dies hat die Times of Malta am Freitag berichtet.

Henrik Tjärnström
Geschäftsführer Henrik Tjärnström bedauerte die Entscheidung (youtube.com, Kindred Group)

Weitere Details dazu, wie viele Mitarbeiter in den einzelnen Filialen entlassen werden würden, habe das Unternehmen zunächst nicht bekannt gegeben. Die Entlassungen sollen jedoch auf alle Büros des Unternehmens verteilt werden.

Neben seinem Hauptsitz in Malta hat die Kindred Group noch 12 weitere Büros in Europa, den USA und Australien. Insgesamt sind rund 1.400 Angestellte für das Unternehmen tätig, darunter je 300 bis 400 in der maltesischen Hauptstadt Valetta sowie in Gibraltar, London und Stockholm.

Die Ankündigung des Unternehmens folgt auf die erst Ende März bekannt gewordene Entlassung von 120 Angestellten des schwedischen Glücksspielsoftware-Unternehmens NetEnt im Rahmen seiner Fusion mit Red Tiger.

Entlassungen nicht wegen Corona

Das Unternehmen mit Sitz in Malta betonte, dass die Entscheidung nicht im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehe. Der Grund für die Entlassungen liege vielmehr in den Bestrebungen des Unternehmens, seine Abläufe modernisieren und Kosten einsparen zu wollen, so Geschäftsführer Henrik Tjärnström:

„Wir tun dies, um den Geschäftsbetrieb zu verschlanken und zu stärken, um das strategische Ziel besser zu unterstützen, langfristig nachhaltige Einnahmen aus regulierten Märkten zu erzielen.“

Die Entscheidung basiere nicht zuletzt auf Ergebnissen aus dem Jahresbericht von 2019. Demzufolge sei der Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorjahr um 55 % gefallen.

Probleme in den Niederlanden und Schweden

Insbesondere auf den niederländischen und schwedischen Märkten habe es Probleme gegeben. Allein der schwedische Markt habe zu Verlusten von rund 7,5 Millionen Euro geführt.

Erst im März war das Unternehmen in Schweden aufgrund von Verstößen gegen Bonusregelungen mit einer Strafe von rund 9 Millionen Euro [Seite auf Englisch] belegt worden. Im August letzten Jahres musste die Kindred Group in den Niederlanden wegen Lizenz-Vergehen 470.000 Euro Strafe zahlen.

Offizielle Beratungen zum Entlassungsvorhaben würden diesen Monat beginnen, so das Unternehmen. Tjärnström zeigt sich unterdessen optimistisch: die Corona-Krise führe zu erheblichem Wachstum im Online-Glücksspiel, wovon auch die Kindred Group profitieren werde.