Kalifornischer Stamm kauft Palms Casino in Las Vegas für 650 Mio. USD

Veröffentlicht am: 5. Mai 2021, 12:26 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 5. Mai 2021, 12:26 Uhr.

Die San Manuel Band of Mission Indians planen, das Palms Casino Resort in Las Vegas von Red Rock Resorts Inc., Betreiber der Station Casinos, für 650 Mio. USD zu erwerben. Dies wäre die bislang höchste Investition seitens amerikanischer Ureinwohner in die Glücksspiel-Metropole, berichtete Bloomberg [Seite auf Englisch] am Dienstag.

Palms Resort
Das Palms Resort in Las Vegas wechselt den Besitzer. (Bild: flickr.com, Jeff Hitchcock)

Die San Manuel Band of Mission Indians werden nach Mohegan Gaming and Entertainment, Betreiber des im März eröffneten Casinos der Virgin Hotels Las Vegas, das zweite Stammesunternehmen sein, das in diesem Jahr in den Las Vegas-Markt eintritt.

Das Resort liegt etwas mehr als 1,6 km westlich der Interstate 15 an der Flamingo Road und verfügt über ein 94.840 Quadratmeter großes Casino, mehrere Restaurants, Tagungsräume, ein Theater mit 2.500 Sitzplätzen, einen Pool und ein Spa. Red Rock hat das Anwesen für 690 Mio. USD aufwändig renoviert und im April 2019 feierlich wiedereröffnet.

Indigene Stämme expandieren nach Las Vegas

Von Stämmen betriebenes Glücksspiel ist in den USA zu einem riesigen Geschäft geworden und erreichte 2019 fast 35 Milliarden USD, bevor die Pandemie das Reisen einschränkte.

Es gibt rund 245 Stämme, die Casinos in 29 Bundesstaaten betreiben. Und obwohl Stämme seit langem über ihre traditionellen Reservate hinaus expandieren, haben sie sich erst kürzlich in Las Vegas etabliert.

Der Gaming-Analyst Chris Grove sagte, er erwarte, dass sich der Strip und die umliegenden Gebiete in naher Zukunft „entkonsolidieren“ und Tribal Gaming zu einem wesentlichen Bestandteil von Las Vegas werde.

San Manuel betreibt bereits das San Manuel Casino in Highland, Kalifornien, etwa 70 Meilen östlich von Los Angeles. Das Hotel ist seit 35 Jahren geöffnet und derzeit laufen in seinem Casino und Hotel Erweiterungsarbeiten. Der am Dienstag angekündigte Palms-Kauf soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, sagten Vertreter des Stammes.

Für die San Manuel verwirkliche der Kauf das jahrelange Ziel, über ihr Flaggschiff San Manuel Casino hinaus in die Gaming-Szene von Las Vegas zu expandieren und ihre wirtschaftlichen Ressourcen zu diversifizieren, erklärte Laurens Vosloo, Chief Executive Officer von San Manuel, in einem Interview mit dem Las Vegas Review-Journal.

Latisha Casas, Vorsitzende der San Manuel Gaming and Hospitality Authority, fügte hinzu:

Das Palms ist ein gut gestaltetes Anwesen, das von Red Rock Resorts wunderschön saniert und gepflegt wurde. Unser Vorstand ist der Ansicht, dass das Palms ein Casino-Resort ist, das viele der treuen Gäste des San Manuel Casino genießen würden. Wir freuen uns, diese Transaktion voranzutreiben.

Red Rock hatte keine Verkaufsabsichten

Während des landesweiten Lockdowns wurde auch das Palms Resort im März 2020 geschlossen. Im Februar dieses Jahres teilte der Präsident von Station Casinos, Frank Fertitta III, den Investoren mit, dass das Palms wiedereröffnet werde, sobald der touristische Kundenstamm zurückkehre.

Noch vor einem Jahr lehnten die Gebrüder Fertitta die Idee ab, das Palms zum Verkauf anzubieten. Doch die Pandemie habe das Unternehmen veranlasst, seine Geschäftsstrategien zu überdenken. Am Dienstag sagte Lorenzo Fertitta, die Dinge „liefen im Palms vielleicht nicht genau wie geplant“.