James Bond 25: Die „Casino Royale“-Story wird weitergeschrieben

Veröffentlicht am: 4. Dezember 2018, 12:16 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 4. Dezember 2018, 01:40 Uhr.

Mit Daniel Craigs Debüt im noblen und atemberaubenden Casino-Umfeld erhielt James Bond erstmals eine verletzliche und zutiefst menschliche Seite. Die Geschichte dieses angeschlagenen Helden soll im bisher unbenannten James Bond 25 weitergeschrieben werden, wie Regisseur Cary Fukunaga jetzt bekanntgab.

James Bond 25
James Bond 25: Der versehrte Bond wird weitererzählt (Quelle:flickr.com/TNS Sofres, licensed under CC 2.0)

Am 21. November 2006 kam der 21. James Bond Film in die deutschen Kinos und sorgte für Furore. Martin Campell, der schon bei der 007-Verfilmung „Golden Eye“ Regie geführt hatte, rührte mit seiner Darstellung des Geheimagenten an den Grundfesten des Mythos:

James Bond, erstmals durch den Schauspieler Daniel Craig verkörpert, kämpfte nicht nur gegen seine Feinde, sondern so sehr wie nie zuvor auch gegen sich selbst: Der Held wurde zum Getriebenen.

Craig Debüt „Casino Royale“: Bond als überragender Pokerspieler

Diese Story, die ihre Anfänge in der „Casino Royale“ Spielbank in Montenegro nimmt, in der Bond in einem fulminanten Finale ein Texas Hold´em Pokerturnier mit einem Straight Flush gewinnt, wird in dem sich derzeit in der Vor-Produktion befindliche, nächsten James Bond Film fortgeführt.

Dies gab Regisseur Cary Fukunaga jetzt in einem Interview (Link auf Englisch) mit dem philippinischen „Inquirer“ bekannt.

Cary Fukunaga hatte seinen Durchbruch, als er 2009 den Film „Sin Nombre“ vorstellte.

Der damals 32-Jährige hatte selbst über mehrere Wochen in Mexiko recherchiert und im Anschluss ein Porträt der hochkriminellen Bande „Mara Salvatrucha“ vorgestellt, das international Beachtung fand und mehrfach ausgezeichnet wurde.

2011 lief Fukunagas Literaturverfilmung „Jane Eyre“ in den deutschen Kinos, ab 2014 führt er die alleinige Regie bei der HBO-Serie „True Detective“, wofür er mit einem Emmy ausgezeichnet wurde.

Im September 2018 feierte die Miniserie „Maniac“, die auf einer gleichnamigen dänischen Produktion basiert, auf dem Streaming-Portal Netflix Premiere. Fukunaga fungierte als Regisseur und Produzent.

Wenngleich der 41-jährige US-Amerikaner sich zu Details der Handlung bedeckt hält, macht er doch klar, dass es keinen kompletten Neustart in Sachen 007 geben soll. Wie bei jeder Story müsse der Charakter zwar Veränderungen durchlaufen, um weiterhin erzählbar zu bleiben, gleichzeitig habe er aber vor, der Entwicklung, der die Figur seit „Casino Royale“ folge, treu zu bleiben.

James Bond 25: Gebrochener Kämpfer statt strahlender Held

Pierce Brosnan
Machte sich mit seiner Darstellung Bonds nicht nur Fans: Pierce Brosnan (Quelle:Rita Molnár, licensed under CC 2.5)

Nachdem Pierce Brosnan von 1995 bis 2002 viermal filmisch „im Dienste ihrer Majestät“ auf Verbrecherjagd gegangen und teilweise aufgrund einer zwar action- aber nicht unbedingt logik- und spannungsreichen Handlung kritisiert worden war, durchbrach Casino Royale viele bis dato als maßgeblich wahrgenommene Elemente der Bond-Reihe.

War Brosnans Bond in den Augen der Kritiker über die Jahre eher zu einer Art hochgerüsteten Comic-Helden mutiert, gelang es Craig, ihm wieder den beinah animalischen Charme zu verleihen, mit dem auch Ur-Bond Sean Connery das Publikum in seinen Bann gezogen hatte.

Casino Royal setzte statt plumper Action auf Ästhetik und raue Eleganz. Und auch der Verzicht auf bisher Unantastbares, wie die klassischen Sprüche überführten Daniel Craigs Bond in ein neues Zeitalter. So wird die übliche Bestellung des Martinis in Casino Royale zur Kampfansage an überkommene Muster:

Auf die Frage eines Kellners „Geschüttelt oder gerührt?“, entgegnet Bond: „Sehe ich aus, als ob mich das interessiert?“

Eigentlich war Regisseur Danny Boyle für den 25. James Bond verpflichtet worden.

Der Brite, der mit dem 90`er Kultfilm „Trainspotting“ berühmt wurde und 2008 einen von insgesamt acht Oscars für seine Regie von „Slumdog Millionaire“ erhielt, war erst im Mai 2018 als Regisseur vorgestellt worden.

Bereits im August trat er wegen „künstlerischer Differenzen“ vom Engagement zurück.

Regisseur setzt auf Craigs Strahlkraft

Dass Regisseur Fukunaga diesen Bond am Leben erhält und sich für den möglicherweise letzten Auftritt als 007 von Hauptdarsteller Craig keinen neuen Charakter schreiben lässt, mag auch daran liegen, dass er selbst Fan des Schauspielers Craig und seiner Darstellung des Agenten ist, wie er im Interview bekennt:

Er hat dem Charakter so viele Schwächen und so viel Menschlichkeit verliehen, und dass unterschied sich stark von Brosnans Darstellung.

Daniel Craig sei ein unglaublicher Schauspieler, dessen Arbeit er auch unabhängig von dessen Rolle als Bond er seit Jahren begeistert verfolge. So sei Craig auch seiner Meinung nach das Beste am prämierten Film „Road to Perdition“ von 2002 gewesen.

Cary Fukunaga
Regisseur von James Bond 25: Cary Fukunaga (Quelle:Dick Thomas Johnson, licensed under CC 2.0)

Fukunaga: Demut vor der großen Aufgabe

Doch nicht nur die erneute Verpflichtung des Hauptdarstellers erfreut den in Kalifornien geborenen Filmemacher, der sich noch immer tief beeindruckt von seinem ersten Kontakt mit den 007-Filmen zeigt.

„James Bond 007 – Im Angesicht des Todes“ (orig. „A View to Kill“) mit Roger Moore sei der erste Bond-Film gewesen, den er gesehen habe und das Finale, das in der Bay Area seiner Heimat stattgefunden habe, habe ihm das Gefühl gegeben, Teil von etwas Großem zu sein.

Nun, da er selbst Teil der Erfolgsgeschichte 007 wird, zeigt sich der Sohn einer Schwedin und eines Japaners bescheiden:

Jetzt, wo ich den Job habe, konzentriere ich mich vollkommen darauf, dieses Projekt so gut wie möglich zu machen.

Gerüchte sind… Gerüchte

Was genau das bedeutet, verrät Fukunaga nicht. Vielleicht, weil er es selbst noch nicht genau weiß. So wehrt er sich gegen Gerüchte, die Schauspieler Christoph Waltz, der im letzten Bond Film „Spectre“ den Bösewicht Ernst Stavro Blofeld / Franz Oberhauser verkörperte und „Q“ Ben Wishaw hätten keine weiteren Auftritte: Das Drehbuch sei noch nicht fertiggeschrieben, also gäbe es niemanden, der hierüber Aussagen machen könne.

Er selbst halte beide für Ausnahmeschauspieler, die er – falls die Story den Raum dafür biete – definitiv dabeihaben wolle. Es wisse aber schlichtweg noch nicht, wo die Reise hingehe.

Was allerdings bereits feststeht ist, dass auch der kommende Film die Zuschauer mit beeindruckenden Bildern von spektakulären Drehorten verwöhnen und damit die Tradition seiner Vorgänger fortführen wird.

James Bond 25: Kinostart 2020

Daniel Craig in Casino Royale
Daniel Craig in Casino Royale: James Bond 25 wird die Geschichte weiterschreiben (Quelle:flickr.com/brava_67, licensed under CC 2.0)

Die Dreharbeiten für den bislang nur unter dem Titel „James Bond 25“ bekannten Film sollen im Frühjahr 2019 beginnen, in die Kinos kommt er voraussichtlich rund ein Jahr später.

Nachdem Hauptdarsteller Daniel Craig bereits mehrfach angedeutet hat, sich endgültig von James Bond verabschieden zu wollen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass der 25. Bond sein Ende als Gentleman-Agent des MI6 besiegeln wird.

Ein fulminantes Finale dürfte somit gewiss sein.