Konkurrenz für Camelot: Italiens Lotto-Betreiber Sisal im Rennen um britische National Lottery

Veröffentlicht am: 12. April 2021, 02:11 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 12. April 2021, 02:11 Uhr.

Der italienische Lotterie-Betreiber Sisal hat angekündigt, sich auch um die Lizenz der britischen National Lottery bewerben zu wollen. Damit ist Sisal neben dem aktuellen Lizenzinhaber Camelot, Sugal & Damani aus Indien und der tschechischen SAZKA Group bereits der vierte Bewerber. Dies berichtete The Telegraph [Seite auf Englisch] am Samstag.

Fäuste aus Feuer und Wasser
Italiens Lotto-Betreiber Sisal will sich um die Lizenz der National Lottery bewerben. (Bild: pixabay.com)

Laut The Telegraph wolle Sisal in Kooperation mit dem Investmentunternehmen CVC Capital Partners ins Rennen gehen. Darüber hinaus wolle der italienische Glücksspiel-Konzern mit Barnardo zusammenarbeiten. Die Wohltätigkeitsorganisation soll ihr Fachwissen zur Beschaffung von finanziellen Mitteln für gemeinnützige Zwecke bereitstellen.

Der CEO von Sisal, Francesco Durante, erklärte in einem Interview mit der Zeitung, dass der Gewinn des Bieterwettbewerbs um die britische National Lottery ein großes Ziel sei. Dabei nehme Bernado eine zentrale Rolle ein.

Der CEO von Bernado, Javed Khan, erklärte:

Unser Engagement wird den Fokus der Partnerschaft auf Spielerschutz und verantwortungsbewusstes Spielen stärken und gleichzeitig das Verständnis für den britischen Wohltätigkeitssektor und dessen Funktionsweise im Herzen der lokalen Gemeinschaften vertiefen.

Schlacht der Giganten um die National Lottery

Die britische Glücksspielkommission (UKGC) hat im August 2020 die Ausschreibung um die Vergabe der vierten Konzession der National Lottery veröffentlicht. Der Gewinner des Bieterwettbewerbs um die Lizenz mit einer Laufzeit von zehn Jahren ab 2023 soll im September dieses Jahres bekanntgegeben werden.

National Lottery: seit 25 Jahren in einer Hand

Camelot betreibt die britische National Lottery bereits seit einem Vierteljahrhundert. Seit ihrer Gründung im Jahre 1994 schüttete die britische Lotterie 5.700 Gewinne in Millionenhöhe aus. Der höchste Gewinn belief sich auf 170 Mio. GBP. Nach Angabe von Camelot flossen 95 % der Einnahmen in die Preispools und in gemeinnützige Projekte.

Camelot sieht sich zum ersten Mal mit ernstzunehmender Konkurrenz konfrontiert. Bisher schien die größte Bedrohung vom tschechischen Betreiber SAZKA, dem Glücksspielunternehmen des Milliardärs Karel Komárek, auszugehen.

Darüber hinaus sah sich Camelot mit Kritik konfrontiert. So wurde der Rückgang der Einnahmen für wohltätige Zwecke bemängelt. Auch der anfängliche Widerstand des Unternehmens, das Mindestalter für alle Lotterieprodukte auf 18 zu erhöhen, stieß auf Kritik.

Dass Camelot jedoch nicht beabsichtigt, die Lizenz kampflos aufzugeben, zeigt die Initiative des Lotteriebetreibers vom vergangenen Monat. Um das Wachstum zu fördern, schloss Camelot eine Vereinbarung mit der Supermarktkette Aldi ab, um die National Lottery in allen 900 Filialen in Großbritannien zu betreiben.

Noch ist völlig offen, welcher der vier Bieter die größte Chance auf die Lizenz hat. Es ist auch nicht klar, ob sich noch ein weiteres Unternehmen um die National Lottery bewerben könnte.