Ist FIFA-Ultimate-Team ein Glücksspiel?

Veröffentlicht am: 3. Februar 2020, 12:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 3. Februar 2020, 12:59 Uhr.

Zwei französische Anwälte wollen das Videospiel-Feature FIFA-Ultimate-Team als Glücksspiel einstufen lassen. Der In-Game-Modus ist seit 2009 Teil der FIFA-Spielreihe des Game-Entwicklers EA und ermöglicht Kunden den Kauf von virtuellen Kartenpaketen, mit denen Premium-Fußballspieler freigeschaltet werden können.

Ein Fußball auf einem Spielfeld
Fußballspiele wie die FIFA-Reihe von EA setzen jährlich Millionen um. (Quelle: Pixabay)

Die Anwälte Karim Morand-Lahouazi und Victor Zagury argumentieren, dass es sich bei dem Konzept um einen „play-to-win“-Modus handele, der Nutzern eine ungewisse Belohnung für einen Geldeinsatz in Aussicht stelle. Der Kauf gleiche deshalb einer Wette.

EA in Erklärungsnot

Bereits im vergangenen Sommer (Link auf Englisch) hatten britische Politiker vor den Fußballpaketen von EA gewarnt. EA rechtfertigte sein Produkt daraufhin vor dem britischen Parlament als ethisch vertretbar. Das Spiel habe eine „Überraschungs-Mechanik“, verleite aber nicht zum Glücksspiel.

Anwalt fordert bessere Kontrolle von EAs In-Game-Feature

Laut der französischen Sportpublikation L’Équipe habe ein Mandant von Victor Zagurys mehrere hundert Euro durch die FIFA-Ultimate-Team-Karten verloren und deshalb den Rat des Juristen eingeholt. Der Anwalt zeigte sich gegenüber dem Magazin alarmiert über die Auswirkungen des In-Game-Features auf EA-Nutzer:

„In diesem Spiel möchte jeder ein Traumteam haben, um so weit wie möglich voranzukommen. Mein Kunde hat in fünf Monaten 600 Euro ausgegeben, ohne jemals einen bedeutenden Spieler zu bekommen. Die Entwickler dieses Spielmodus haben ein illusionäres und besonders süchtig machendes System geschaffen. Je mehr man bezahlt, desto größer ist die Chance, einen großen Spieler zu erhalten. Wir glauben, dass ein Glücksspiel in dieses Videospiel integriert wurde, denn der Kauf von Paketen nichts anderes als eine Wette. Es ist die Logik eines Casinos, welche in die Häuser [die Wohnungen der EA-Nutzer. Anm. d. Red.] vorgedrungen ist.

Wie der Jurist weiter ausführt, müsse der Verkauf der digitalen Fußballkarten besser reguliert werden. Im Rahmen der Klage hoffe man, Einblicke in die Algorithmen von EA zu bekommen und zu erfahren, wie die Kartenpakete verteilt werden.

Ein Suchtmechanismus?

Der Kläger, ein 32-jähriger Chauffeur namens Mamadou, beschreibt den Mechanismus von FIFA-Ultimate-Team gegenüber L’Équipe als suchtfördernd.

Wann immer der Mann ein Kartenpaket gekauft habe und von dem Inhalt enttäuscht gewesen sei, habe er ein weiteres Paket gekauft. Schnell sei er von dem Spiel süchtig geworden.

Seine Sucht habe sogar dazu geführt, dass er seine Miete nicht rechtzeitig habe zahlen können.