Glücksspiel in Irland: Geldstrafen von 20 Mio. Euro bei Regel­verstößen geplant

Veröffentlicht am: 24. Oktober 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 22. Oktober 2021, 03:34 Uhr.

Die Arbeit an der neuen Glücksspielgesetzgebung in Irland nimmt weiter Fahrt auf. Anfang der Woche wurden erste Details über künftige Restriktionen für lizenzierte Anbieter bekannt gemacht. Am Donnerstag dann berichtete die Zeitung Irish Times [Seite auf Englisch] von möglichen Geldstrafen von bis zu 20 Mio. Euro, sollten Glücksspiel-Anbieter künftig gegen die Regeln verstoßen.

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Irlands Glücksspiel-Anbieter sollen bei Regelverstößen hohe Geldstrafen erhalten. (Bild: PxFuel)

Die Ziffer sei vom irischen Justizminister James Browne genannt worden, der die aktuelle Rechtslage in Bezug auf das Glücksspiel in Irland seit langem als veraltet und inkohärent kritisiere. Eine Alternative zu den genannten 20 Mio. Euro seien 10 % des Nettoumsatzes des jeweiligen Anbieters. Diese Regelung komme beispielsweise bei kleineren Anbietern zum Tragen, deren Jahresumsatz sich in niedrigeren Bereichen bewege.

Harte finanzielle Strafen seien von größter Wichtigkeit, um die Regelkonformität seitens der Anbieter zu garantieren. Regelverstöße stellten eine Gefährdung des Spielerschutzes dar. Dies resultiere häufig in finanziellen Problemen für die Spieler. Browne erläutert:

Menschen mit Spielsucht werden mit finanziellem Desaster konfrontiert. Oft erfahren die Familien oder andere nahestehende Personen erst von der Spielsucht, wenn der Sheriff oder die Polizei vor der Tür steht, oder noch Schlimmeres passiert.

Wann und in welcher Höhe Anbieter bei Regelverstößen bestraft würden, werde künftig die noch zu errichtende Glücksspiel-Behörde entscheiden. Deren Aufgabe sei es, einen entsprechenden Regel- und Strafenkatalog zu erstellen, der sich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bewege.

Glücksspiel-Aufsicht könnte Anfang 2022 existieren

Die Glücksspiel-Behörde auf den Weg zu bringen, sei nun eine der dringendsten Angelegenheiten. Noch vor Weihnachten wolle die Regierung die Ausschreibung für den Posten des CEOs veröffentlichen. Ein CEO solle dann möglichst zeitnah bestimmt werden, um weitere Verzögerungen im Gesetzgebungsprozess zu vermeiden.

Browne kommentierte:

Das Ziel, einen designierten CEO festzulegen, dient dazu, die Behörde zu führen und zu etablieren, damit diese unmittelbar ihre Arbeit aufnehmen kann, sobald das Gesetz verabschiedet ist.

Die Regierung habe für das Jahr 2022 insgesamt ein Budget von 500.000 Euro eingeplant, um die Gehälter des künftigen CEOs und der weiteren Angestellten sowie andere mit der Gründung der Behörde aufkommende Kosten zu decken.

Derzeit gehe man davon aus, dass die Behörde zwischen 80 und 100 Mitarbeiter beschäftigen werde. Wann genau die Behörde ihre Arbeit aufnehmen und die ersten Glücksspiel-Lizenzen vergeben werden, bleibt abzuwarten.