Legalisierung von Sportwetten in den USA: Wachsender Druck auf die Gesetzgeber

Veröffentlicht am: 2. Dezember 2020, 02:36 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 2. Dezember 2020, 02:36 Uhr.

Aktuell findet in den USA die jährliche Konferenz „Betting On Sports America“ statt. Zum Auftakt der größten Sportwetten-Fachmesse Nordamerikas trafen sich gestern Chefs von Glücksspielfirmen, Analysten und Gesetzgeber zur Diskussion über die Zukunft von Sportwetten in den Vereinigten Staaten. Aufgrund der COVID-19-Beschränkungen fand das Event erstmals online statt.

American Football Spieler
Viele US-Bundesstaaten hoffen auf große Einnahmen durch legale Sportwetten (Bild: Pikrepo(CC0)

Wie die Washington Post berichtet, seien sich die Experten einig, dass viele weitere Bundesstaaten Sportwetten in den kommenden Jahren legalisieren könnten. Dafür gebe es insbesondere zwei Gründe.

Zum einen sei das Interesse und die Nachfrage seitens der Sportfans sehr groß. Dadurch erhöhe sich der Druck auf die Gesetzgeber, in deren Interesse es sei, illegales Glücksspiel einzudämmen, auf welches viele Menschen mangels legaler Alternativen auswichen.

Auch die jüngsten Wahlen im November hätten deutlich gezeigt, dass sich US-Bürger einen regulierten Sportwetten- und Glücksspiel-Markt wünschten.

Sportwetten sind mittlerweile in 20 US-Bundesstaaten legal. In sechs weiteren Bundesstaaten haben Senat und Repräsentantenhaus den entsprechenden Gesetzesentwurf abgesegnet. Bis auf drei Bundesstaaten (Utah, Idaho und Wisconsin) haben alle restlichen Bundesstaaten einen Gesetzesentwurf zur Legalisierung verfasst, diesen jedoch noch nicht angenommen.

Es sei daher davon auszugehen, dass Sportwetten bereits bis Ende 2021 in mindestens 25 Staaten legal sein könnten. Damit wachse insbesondere der Druck auf all jene Staaten, die von mehreren Staaten umgeben seien, in denen Sportwetten bereits legal seien.

Ein gutes Beispiel dafür sei Texas. Drei seiner Nachbarstaaten (New Mexico, Arkansas and Louisiana) hätten Sportwetten bereits legalisiert. Viele Einwohner Texas‘ könnten also auf ihre Nachbarstaaten ausweichen, um dort Sportwetten zu platzieren.

Staaten durstig nach neuer Geldeinnahmequelle

Langfristig entgehe den Staaten, die eine Legalisierung entweder nicht in Betracht zögen, oder nur schleppend umsetzten, eine potenzielle Einnahmequelle, so die Experten. Dessen seien sich die meisten Gesetzgeber auch bewusst.

Die Corona-Krise habe die finanzielle Not vieler Staaten zudem um ein Vielfaches verstärkt. Chris Cylke, Senior-Vizepräsident der American Gaming Association, kommentiert:

Die Gesetzgeber werden in jeder Sofaritze graben, um neue Einnahmen zu finden. Sie werden erwägen, die physischen Casinos auszubauen und auch das Online-Glücksspiel wird zu einem wichtigen Diskussionsthema bei der Gesetzgebung werden.

Andrew Winchell vom Online-Buchmacher FanDuel fügt hinzu, dass die Legalisierung des Online-Glücksspiels nicht nur als eine attraktive Lösung erscheine, um die Staatskassen mit zusätzlichen Steuergeldern zu füllen. Es könne auch dabei helfen, den landbasierten Glücksspielsektor zu unterstützen.

So hätten in diesem Jahr beispielsweise die Casinos in New Jersey dank ihrer Online-Angebote ihre Verluste stark eingrenzen können.