Wegen Corona: US-Buchmacher will 30.000 USD-Sportwetten-Gewinn nicht auszahlen

Veröffentlicht am: 17. Oktober 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 16. Oktober 2020, 03:30 Uhr.

Ein US-Podcaster wirft dem Westgate Resort und Casino in Las Vegas vor, ihn um einen Wettgewinn von 30.000 US-Dollar gebracht zu haben. In seinem auf Sportwetten spezialisierten Programm A Numbers Game kritisierte Gill Alexander in dieser Woche einen intransparenten Umgang des Glücksspielanbieters mit Wetten auf die Corona-bedingt zeitlich verschobenen French Open.

Tennisspielerin auf dem Platz von oben
Die Wette auf den Ausgang des French Open Dameneinzel hätte 30.000 USD wert sein können (Symbolbild, Quelle: unsplash.com/Renith R)

30/1-Wette gewonnen

Eigenen Angaben [Video auf Englisch] zufolge hatte Alexander bereits deutlich vor dem regulären Starttermin der French Open im Frühjahr bei mehreren Buchmachern auf den Sieg der Polin Iga Świątek im Dameneinzel gesetzt.

Iga Świątek war als Underdog ins Rennen um den Pokal eingestiegen und am 10. Oktober als Überraschungssiegerin daraus hervorgegangen. Der Durchmarsch der 19-Jährigen gegen ihre Kontrahentin Sofia Kenin aus den USA, so der polnische Präsident Andrezej Duda später in einem Statement, markiere einen „historischen Tag für Polen, den polnischen Sport und das polnische Tennis“.

Während es bei anderen Anbietern keine Schwierigkeiten mit der Auszahlung gegeben habe, habe das Westgate ihm seinen Gewinn verwehrt. Sein Einsatz von 1.000 USD hätte ihm hier bei Świąteks Quote von 30/1 eigentlich eine Summe von 30.000 USD bescheren sollen.

Das Westgate habe sich jedoch auf Teilnahmebedingungen berufen, die besagten, dass die Sportereignisse immer an exakt jenem Tag und/oder Ort stattfinden müssten, für die sie im Vorfeld angekündigt worden seien oder maximal bis zu acht Tage danach. Andernfalls, so die Statuten, erstatte das Casino die Einsätze. Die French Open waren aufgrund der COVID-19-Pandemie um rund vier Monate verschoben worden.

Vorbild Nevada?

Unverständnis äußerte Alexander darüber, dass diverse andere Sport-Events trotz ebenfalls geänderter Spieltermine weiterhin abgedeckt worden seien. So sei das Westgate nicht von vorab platzierten Football- oder Baseballwetten zurückgetreten.

Ein solch undurchsichtiges Gebaren sei gerade in Anbetracht der sich entwickelnden Sportwetten-Branche in den USA nicht akzeptabel, so Alexander:

Wir müssen das besser hinkriegen, wenn wir diesen Bereich in unserem Land legalisieren. In Nevada müssen wir es besser machen als alle anderen. Und im Moment versauen wir es.

Zudem, so der Vorwurf des Podcasters, habe der Wettanbieter über Monate Zeit gehabt, Spieler, die bereits früh auf Ergebnisse der French-Open gesetzt hätten, über die Regelung zu informieren, dies aber nicht getan.

Stattdessen sei davon auszugehen, dass eine Vielzahl von Wettfreunden nicht wisse, dass aufgrund des verschobenen Turniers ein Anspruch auf Erstattung der Einsätze bestehe. Vielmehr dürften sie bei falschen Tipps einfach davon ausgehen, verloren zu haben.

Das Westgate Resort und Casino äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen.