Casinos-Austria-Affäre: Rücktritt von Landrat Illedits wirft neue Fragen auf

Veröffentlicht am: 4. August 2020, 02:00 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 4. August 2020, 02:00 Uhr.

Der Rücktritt von Sozial- und Wirtschaftslandesrat Christian Illedits (SPÖ Burgenland) hat für neue Spekulationen in Bezug auf die Casinos-Austria-Affäre gesorgt. Die FPÖ lädt den 62-Jährigen daher vor den Ibiza-U-Ausschuss.

Christian Illedits
Rücktritt von Landrat Christian Illedits wirft Fragen in Casinos Austria Affäre auf (Bild: Flickr/Bratislavská župa/CC BY 2.0)

Der Politiker kündigte am Samstag seinen sofortigen Rücktritt von all seinen Ämtern an. Grund dafür sei laut Presseberichten ein Goldgeschenk, das ihm der Bankier Martin Pucher im Namen seines Fußballclubs SV Mattersburg zu seinem 60. Geburtstag gemacht haben soll.

Umstrittene Partnerschaft mit Admiral

Eine anonyme Anzeige habe das Geburtstagsgeschenk wieder in den Fokus gerückt. Es handle sich um ein 100 Gramm schweres Goldblatt mit einem heutigen Wert von 5.400 Euro.

Als Reaktion auf die Anzeige habe Illedits seinen Anwalt gebeten, das Goldstück zurückzugeben, obwohl er nie an eine „finanzielle Verwertung“ des Geschenkes gedacht habe, so der Politiker in seiner Presskonferenz am Samstag.

Die Rücktrittserklärung scheint jedoch unerwartet große Wellen zu schlagen. Wie die Kronen Zeitung heute Morgen berichtet hat, habe die neuerliche Anzeige die Ermittler dazu veranlasst, eine vergangene Anzeige gegen Illedits aus dem Jahr 2014 erneut zu prüfen.

Im Dezember 2014 ging bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eine Anzeige gegen den SPÖ-Politiker Illedits ein, da dieser an der Lizenzvergabe für das kleine Glücksspiel im Burgenland mitgewirkt haben soll. Im August des Vorjahres habe das Glücksspielunternehmen Admiral, Tochter von Novomatic, entgegen der Linie der Bundespartei, eine der umstrittenen Lizenzen erhalten.

Wie die Kronen Zeitung erklärt, sei zeitgleich ein Sponsorenvertrag zwischen Admiral und dem Fußballclub ASV Draßburg unterzeichnet worden. Der Präsident des Vereins sei damals wie heute Christian Illedits gewesen.

Auf Nachfrage der Kronen Zeitung habe die WKStA erklärt, dass es damals zwar eine Anzeige, aber keinen Anfangsverdacht für weiterführende Ermittlungen gegeben habe.

Illedits vor den U-Ausschuss gebeten

Für die Opposition sei dies im Angesicht der fortwährenden Ermittlungen rund um die Causa Casinos nun Grund genug, Illedits vor dem Ibiza-U-Ausschuss zu befragen. FPÖ-Fraktionsführer Hafenecker erklärt:

Der nun bekannt gewordene Sachverhalt zeigt sehr gut auf, wie das ‘System Novomatic’ funktioniert – auch bei der SPÖ.

Heute treffen sich die Vertreter beider Fraktionen erneut, um über die gemeinsame Ladungsliste zu verhandeln und somit zu entscheiden, welche Zeugen mit Wiederaufnahme der Ausschusssitzungen im Herbst zur Vorladung erscheinen sollen.

Sollten sich die Parteien nicht einigen, werde Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) seinerseits eine endgültige Entscheidung treffen, heißt es in der Presse.