Griechenland: Aufhebung des Monopols für Spielautomaten in Play OPAP Spielstätten

Veröffentlicht am: 3. April 2019, 04:05 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 3. April 2019, 04:05 Uhr.

Das oberste Verwaltungs- und Verfassungsgericht der Republik Griechenland gab gestern einem Antrag des Casinos Loutraki statt. Die Betreiber des Casinos beantragten die Nichtigerklärung einer Entscheidung der griechischen Glücksspielkommission (ΕΕΕΠ) aus dem Jahre 2017.

Gebäude Verwaltungsgericht Griechenland
Das oberste Verwaltungsgericht in Griechenland hebt Entscheidung der Glücksspielkommission auf. (Bild: wikipedia.org)

Diese Entscheidung beinhaltete, dem Lotterie- und Glücksspielunternehmen OPAP die Aufstellung und den Betrieb von 35.000 Spielgeräten im ganzen Land für den Zeitraum von 18 Jahren zu gestatten. Bis zum Jahre 2030 sollte OPAP Play seine Monopolstellung beibehalten dürfen.

Wer steckt hinter Play OPAP?

Der ehemals staatliche Betreiber, der am 11. Oktober 2013 für insgesamt 712 Millionen Euro an das tschechisch-griechische Konsortium Emma Delta Ltd verkauft wurde, betreibt heute mehr als 350 Spielhallen mit Spielautomaten von IGT, SC Games, Inspired und SYNOT im ganzen Land.

Seit 2017 ist es durch die Partnerschaft mit den Anbietern Novibet und NetBet auch online möglich, auf die Spielautomaten von Play OPAP zuzugreifen.

Glücksspielregulierung in Griechenland notwendig

Das oberste Verwaltungsgericht [Seite auf Englisch] entschied nun, dass der alte Rechtsrahmen jetzt nicht mehr existiere und bereits seit längerer Zeit hätte ersetzt werden müssen.

Das Gericht verkündete weiterhin, dass aktuell keine Glücksspielregelung mehr existiere und die Notwendigkeit bestehe, Übergangsregelungen einzuführen.

Dies könnte bedeuten, dass die Geräte vorläufig in den Spielstätten verbleiben dürfen. Es wird nun ein Erlass des Präsidialdekrets erwartet, um den Betrieb des Glücksspielgeschäfts weiterhin zu gewährleisten.

Glücksspiel in Griechenland: die Rechslage

Das Online ist bei den Griechen beliebter als je zuvor und das trotz der unsicheren rechtlichen Situation. Zahlreiche Online Anbieter verfügen nur über Übergangslizenzen oder besitzen gar keine offizielle Genehmigung zum Betreiben einer Glücksspiel-Webseite. Dennoch sind zahlreiche Webseiten in griechischer Sprache verfügbar.

Auch das landbasierte Glücksspiel erfreut sich großer Popularität. In den zahlreichen Casinos auf dem Festland und den Inseln gibt es attraktive Angebote. Der Online Poker-Gigant PokerStars veranstaltet auf griechischem Boden sogar den Greek Poker Cup.

Doch wie sieht die Zukunft des Glücksspiels in Griechenland aus? 2013 erhielt OPAP das Monopol der nationalen Glücksspielbranche. Dennoch blieb der erwartete Erfolg vorerst aus, denn das Unternehmen verzeichnete im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013 einen Rückgang von 71 %.

Dies war auf die zuvor erhobene Steuer in Höhe von 30 % zurückzuführen, die der Betreiber zahlen musste. Dennoch war der Umsatz auch vor der Einführung der Steuer um fast 20 % gesunken. Der Umsatzeinbruch betraf auch die Einnahmen aus Sportwetten. Hier brach der Umsatz um 25 % ein.

OPAP generierte 2018 Rekordzahlen

Play OPAP Logo
Play OPAP generiert Rekordumsätze. (Bild: facebook.com)

Als OPAP im Jahre 2017 die Lizenzen für das Betreiben des Automatenspiels erhalten hatte, stiegen die Umsätze kontinuierlich an.

Inzwischen scheint sich der Glücksspielgigant wieder erfolgreich auf dem Markt positioniert zu haben, denn gegenüber dem Vorjahr konnte das Unternehmen 2018 einen Umsatzanstieg von 6,3 % verzeichnen.

Der Bruttospielertrag stieg auf 1,55 Milliarden Euro an. 2017 betrug er 1,46 Milliarden Euro. Der Umsatzanstieg sei nach Angabe des Unternehmens auf die hohe Performance des Automatenspiels zurückzuführen.

Damian Cope, CEO von OPAP, sagte:

„Wir betreiben jetzt über 350 gut etablierte Spielhallen und werden wie geplant alle 25.000 Automaten bis Ende 2019 aufstellen. Online haben wir wieder unser eigenes OPAP Sportwetten-Angebot eingeführt und eine strategisch wichtige Investition in die Stoiximan Group getätigt. Auf diesen beiden Wegen glauben wir, dass wir unsere Präsenz online schnell ausbauen können.”

Es bleibt allerdings offen, inwieweit die gestrige Entscheidung des obersten Gerichtshof sich auf die Performance des Unternehmens auswirken könnte.