Malta-Konkur­renz: Est­land will On­line-Glücks­spiel-Zen­trum werden

Posted on: 06/10/2025, 01:36h. 

Last updated on: 04/10/2025, 01:44h.

  • Estland plant niedrigere Steuern für das Online-Glücksspiel und könnte Malta Konkurrenz machen.
  • Land will attraktiver für ausländische Glücksspielanbieter werden.
  • Inländischer Glücksspielmarkt 2025 trotzt mehr Spielerschutz gewachsen.

Wenn es nach Estland geht, könnten die Tage von Malta als Paradies der Anbieter von Online-Glücksspiel gezählt sein. Ende vergangener Woche bereitete die Regierung eine weitreichende Steuersenkung für die Branche vor. Diese könnte das Land zu einem neuen europäischen Zentrum für das Online-Glücksspiel machen.

Stadtansicht Tallinn
Macht Estland Malta tatsächlich Konkurrenz? (Bild: Pixabay/Falco)

Bereits Ende September wurde ein Gesetz verabschiedet, welches die Steuererleichterungen auf den Weg bringt. Darin ist bis zum Jahr 2028 eine Senkung der steuerlichen Abgaben auf das Online-Glücksspiel auf 4 % vorgesehen.

Damit werden gegensätzliche Maßnahmen aus der Vergangenheit zurückgenommen. Erst im letzten Jahr hatte die Regierung eine Erhöhung der Abgaben auf Bruttowetterträge von 5 auf 6 % beschlossen.

Die hinter dieser Maßnahme stehende Intention ist eine Steigerung der Attraktivität von Estland als Standort für Online-Glücksspielbetreiber. Der Regierungsabgeordnete Madis Timpson erklärte dazu:

Die Leute, die irgendwo spielen, ich weiß nicht, in Frankreich oder in Spanien; ihre Ausgaben würden zu uns kommen.

Tatsächlich dürfte eine niedrigere Steuer für viele der abgabensensiblen Betreiber ein Standortfaktor sein. Timpson erklärte bereits, dass die Steuererleichterungen dazu beitragen könnten, Estland zu einem „Paradies für das Online-Glücksspiel“ zu machen.

Regulatorische Erleichterungen notwendig

Bevor das Land Malta jedoch ernsthaft Konkurrenz als Europas beliebtester Branchenstandort machen kann, wären weitere Maßnahmen möglich. Dazu gehören vor allem die von der Regierung gesetzten regulatorischen Rahmenbedingungen. Vor allem diese haben der Mittelmeerinsel in den vergangenen Jahren seine herausgehobene Stellung beschert.

Aktuell sind rund 30 Online-Betreiber in Estland lizenziert. Von dort aus vermarkten sowohl lokale Firmen wie OlyBet als auch globale Glücksspielkonzerne wie bet365 ihre Angebote auch in benachbarte Länder.

Bis Estland die Rolle Maltas übernehmen kann, ist es noch ein weiter Weg. Derzeit sind in Europas Glücksspiel-Hotspot etwa 350 und damit über zehnmal so viele Betreiber wie in Estland lizenziert.

National ist der Markt in dem baltischen Staat hingegen auf einem stabilen Wachstumskurs. Trotz verschärfter Anforderungen an den Spielerschutz erwartet die Branche mittelfristig ein weiteres Umsatzplus. Dieses dürfte laut aktuellen Prognosen bis 2029 bei jährlich 3 % liegen.