Illegale Glücksspiel-Livestreams: Indonesien sperrte TikTok
Posted on: 07/10/2025, 04:11h.
Last updated on: 06/10/2025, 06:18h.
- TikTok war in Indonesien aufgrund verbotener Glücksspiel-Livestreams über Tage offline.
- Die Regierung nahm die Sperre der beliebten Social-Media-Plattform inzwischen zurück.
- Streaming von sozialen Unruhen erregte ebenfalls Zorn der Regierung.
Die beliebte Social-Media-Plattform TikTok war in Indonesien aufgrund von illegalen Glücksspiel-Livestreams für mehrere Tage nicht verfügbar. Die Regierung hatte den Stopp veranlasst und das Unternehmen zu Anpassungen aufgefordert. Diese wurden von dem TikTok-Betreiber inzwischen vorgenommen, sodass die Sperre endete.

Für Heranwachsende kommt die Sperrung ihrer Lieblings-Plattform sicherlich einer Höchststrafe gleich. So muss es in den vergangenen Tagen unzähligen jungen Nutzern in dem asiatischen Inselstaat gegangen sein, nachdem der Zugang zu TikTok von offizieller Seite gesperrt worden war.
Auslöser waren Livestreams mit Glücksspielinhalten, die in den letzten Wochen die Plattform geflutet hatten. Dies ist in dem muslimischen Staat illegal, weshalb die Regierung zu der drastischen Maßnahme griff.
Keine TikTok-Daten zum Glücksspiel
Die indonesischen Offiziellen störten sich insbesondere über die fehlende Kooperationsbereitschaft seitens des Betreibers. Dieser hatte den Behörden trotz mehrfacher Nachfrage keine Daten zu den missliebigen Streams aushändigen wollen.
Laut Alexander Sabar, Sprecher des Ministeriums für Kommunikation und digitale Angelegenheiten (Komdigi), hätten TikTok-Vertreter nur „unvollständige Daten” über die Livestreams vorgelegt.
Sabar erklärte:
Aus diesem Grund haben wir als Folge dieser Unterlassung die vorübergehende Aussetzung der Betriebsgenehmigung beschlossen.
Zur Begründung erklärte der Sprecher, dass die Komdigi der Ansicht sei, dass TikTok seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei. Aus diesem Grund habe sich die Behörde zu der rigiden Maßnahme veranlasst gesehen.
Hintergrund der behördlichen Datenanfrage waren die sozialen Proteste, die Indonesien zuletzt heimgesucht hatten. Die Demonstrationen gegen die Privilegien von Politikern weiteten sich im Land aus, woraufhin bei den auf Unruhen zehn Menschen ums Leben kamen.
Dem Kommunikationsministerium zufolge streamten viele TikTok-Nutzer die Proteste. Einige von ihnen stehen im Verdacht, diese Streams durch Online-Glücksspiele monetarisiert zu haben.
Durch den Datentransfer solle TikTok dazu beitragen, diejenigen aufzuspüren, die an illegalen Glücksspielaktivitäten beteiligt waren. Nachdem der Betreiber den Forderungen nachkam, wurde die Plattform wieder live geschaltet. Andere Social-Media-Netzwerke dürften hingegen gewarnt sein. Sie wissen nun, dass ihnen die Abschaltung droht, wenn sie den Wünschen der Regierung nicht nachkommen.
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