Nach Raubüberfall auf Luxus-Anwesen: Britische Gewinner von 101 Mio.-Pfund Jackpot rüsten auf

Veröffentlicht am: 2. Juni 2020, 11:38 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 2. Juni 2020, 01:40 Uhr.

Im Jahr 2011 gewannen die Engländer Angela (52) und David (56) Dawes umgerechnet rund 113,6 Mio. Euro bei der EuroMillions-Lotterie. Doch Fortuna hatte nicht nur Glück im Gepäck. Nach einem Raubüberfall im vergangenen Jahr soll das Paar nun einen Antrag auf Errichtung eines hoch entwickelten Sicherheitssystems für ihr Luxus-Anwesen gestellt haben.

cctv Anlage Überwachungskameras
Nach einem Raubüberfall haben zwei EuroMillions-Gewinner die Sicherheitsmaßnahmen auf ihrem Anwesen verstärkt (Quelle:pixabay.com/Simon Elliott)

Wärmebildkameras und Lautsprecher

Angaben der britischen Sun zufolge sollen die Dawes im vergangenen Frühjahr auf ihrem Luxus-Anwesen Socknersh Manor in Etchingham, East Sussex, Opfer eines Raubüberfalls geworden sein.

Dies belege ein Schriftstück, in dem die Lotto-Millionäre nun beim zuständigen Distrikt nachträglich um Genehmigung zur verstärkten Sicherung von Socknersh Manor bitten. Darin hieße es:

Die Videoüberwachung wird verwendet, um hochauflösende Bilder aufzunehmen, während die Wärmebildkamera Eindringlinge auf dem Anwesen erkennen kann. An diesem Punkt kann die Videoüberwachung an den Ort geleitet werden, an dem die Videobilder aufgezeichnet werden. Die Lautsprecher werden verwendet, um Eindringlinge aus der Ferne zu alarmieren.

Das Blatt berichtet, mehrere Maskierte seien im April 2019 in den Landsitz eingedrungen, der in den 1960ern den Musikern Tom Jones und Engelbert Humperdinck gehört habe. Die Männer hätten David attackiert und das Ehepaar mit Kabelbindern gefesselt.

Im Anschluss seien die Räuber mit 20.000 Pfund Bargeld und diversen Schmuckstücken im Range Rover der Opfer geflüchtet. Der ausgebrannte Wagen sei später von der Polizei gefunden worden. Drei vorläufig festgenommene Männer hätten aufgrund mangelnder Beweise wieder freigelassen werden müssen. Der Fall gelte bis heute als ungeklärt.

Mehr Fluch als Segen?

Kurz nach dem Gewinn von genau 101.203.600,70 GBP hatten die aus bescheidenen Verhältnissen stammenden Eheleute Dawes erklärt, 15 bis 20 Angehörige und Freunde ebenfalls zu Millionären machen zu wollen. Tatsächlich soll das Paar rund ein Drittel des Gewinns verschenkt und gespendet haben.

Wenig dankbar für die Zuwendungen seines Vaters zeigte sich Dave Dawes Sohn aus einer vorherigen Beziehung. Nur zwei Jahre nachdem er und sein Partner mit 1,6 Mio. GBP bedacht worden waren, war das Geld aufgebraucht. Daraufhin versuchte der damals 34-Jährige, gerichtlich eine lebenslange Unterstützung durch seinen Vater einzufordern. Die Klage wurde 2017 endgültig abgewiesen [Seite auf Englisch].

Dass ein Jackpot-Gewinn nicht nur Segen, sondern auch Fluch sein kann, mussten die Dawes seit 2011 immer wieder erleben. So verschickten unter anderem Kriminelle in ihrem Namen betrügerische E-Mails.

Es bleibt zu hoffen, dass zumindest die neugewonnene Sicherheit auf ihrem Anwesen für ein ruhigeres Leben der Lotto-Millionäre sorgen kann.