Gewinne nicht versteuert: US-Poker Pro wegen Steuer­hinterziehung zu Haftstrafe verurteilt

Veröffentlicht am: 4. Mai 2021, 01:35 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 4. Mai 2021, 01:35 Uhr.

Der US-Bezirksrichter Michael P. Shea in Hartford, Connecticut, hat Guy Smith (63), einen professionellen Pokerspieler und Bauunternehmer aus Shelton, vor wenigen Tagen wegen Steuerhinterziehung zu 14 Monaten Gefängnis sowie zu einer Geldbuße von 821.415 USD verurteilt [Seite auf Englisch].

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US-Poker Pro hat seine Glücksspiel-Gewinne nicht versteuert und muss nun in Haft. (Bild: pxhere.com)

Laut Ermittlungen der amerikanischen Steuerbehörde IRS habe Smith im Zeitraum von 2012 bis 2016 keine Steuern abgeführt. Die Behörde gehe von Einnahmen in Höhe von über 2 Mio. USD aus.

Glücksspielgewinne müssen in den USA generell versteuert werden. Der Steuersatz liegt bei 24 %. Dies betrifft alle Formen des Glücksspiels, auch Auszahlungen von Pokerturnieren, Lotterien und Sportwetten. In einem digitalen Poker-Room oder Online-Casino generierte Gewinne stellen in Bezug auf die Steuerpflicht keinen Unterschied dar. In Deutschland hingegen sind Glücksspielgewinne generell noch immer steuerfrei.

Gewinne vom Online-Glücksspiel und illegalen Sportwetten?

Smith ist ein bekanntes Gesicht in den Pokerräumen Foxwoods und Mohegan Sun in Connecticut. Laut Hendon Mob hat er auch in Atlantic City, Florida, Las Vegas und sogar auf den Bahamas gespielt. Allerdings konnte er bisher nur Live Cashes in Höhe von 236.580 USD generieren.

Laut der vom Justizministerium veröffentlichten Gerichtsnotiz hat Smith Geld von seinem persönlichen Konto und Geschäftskonto abgezogen, um es für das Glücksspiel zu verwenden.

Weiter heißt es in der Presseerklärung des Gerichts:

Smith hat für sein Glücksspielgeschäft sowohl Geld von seinem Geschäftskonto als auch von seinem privaten Bankkonto abgehoben. Gelegentlich hatte Smith bei verschiedenen Pokerspielen und Pokerturnieren Erfolg und verdiente damit Geld. Der Angeklagte Smith war auch in illegale Sportwetten involviert.

Laut der Anklage hätten sich die nicht gemeldeten Erträge aus dem Glücksspiel für 2012 sowie für den Zeitraum zwischen 2014 und 2016 auf insgesamt 1.056.150,77 USD belaufen. Ein großer Teil dieses Betrags soll vom Online-Glücksspiel stammen.

Zudem habe es Smith absichtlich versäumt, seinem Steuerberater Kontoauszüge zur Verfügung zu stellen. Aus diesen gehe hervor, dass er mit seinem Unternehmen Einnahmen von rund 1,1 Mio. USD verzeichnet habe. Smith muss sich nun am 30. Juni im Gefängnis melden, um seine Haft anzutreten.