Am 13. Juli 2018 gingen die Stadt Düsseldorf und die Gauselmann Gruppe eine Partnerschaft ein. Das Unternehmen wird mehrere Düsseldorfer Vereine und Sportler fördern. Ab August wird die ESPRIT Arena den Namen Merkur Spielarena tragen.

Gauselmann sponsort Düsseldorfer Stadion

Gauselmann Merkur Gruppe ist der neue Sponsor des Düsseldorfer Stadions. (Bildquelle: express.de)

Die Düsseldorfer Arena besteht seit 13 Jahren und hatte seitdem bereits zwei Namen. Als das Stadion im Jahre 2005 eröffnet wurde, war das Reiseunternehmen LTU der Namenssponsor.

Anschließend trat der Modekonzern ESPRIT als Sponsor auf, so dass Fortuna Düsseldorf in der ESPRIT Arena spielte. Allerdings wollte das bekannte Mode Label sich bereits vor einigen Jahren zurückziehen.

Am 13. Juli wurde schließlich vom Aufsichtsrat der Düsseldorf Congress Sport & Events (DCSE) beschlossen, dass die Gauselmann Gruppe den Zuschlag für das Namens-Sponsoring erhalten soll.

Die Gauselmann-Gruppe ist ein im Jahre 1957 gegründetes großes deutsches Unternehmen, das auf internationaler Ebene aktiv ist. Paul Gauselmann eröffnete 1974 seine erste Spielothek. Heute betreibt das Unternehmen 300 Merkur Spielotheken in Deutschland und weitere 300 in neun europäischen Ländern. Sein

Der Fokus der Gauselmann-Gruppe, mehrfach ausgezeichnet für die beste Spielauswahl, qualifiziertes Personal und den hervorragenden Service, liegt in den Bereichen Spielautomaten, Sportwetten und Online-Gaming. Die Marken Merkur und XtTiP Sportwetten werden ab August 2018 in der Arena Präsenz zeigen.

Der Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln Orthomol mit Sitz in Langenfeld war der zweite Bewerber, mit dem bereits Verhandlungen geführt wurden. Der Aufsichtsrat entschied sich am Ende aber für die Gauselmann Gruppe.

Sponsor Gauselmann tätigt sehr hohe Investition

Paul Gauselmann

Paul Gauselmann schuf das erste Merkur Casino. (Bildquelle: gauselmann.de)

Bei der Vergabe des Namens-Sponsorings spielte vor allem der monetäre Aspekt die entscheidende Rolle.

Die Gauselmann Gruppe, die mehr als 10.000 Angestellte beschäftigt und einen jährlichen Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro zu verzeichnen hat, bot mit 3,75 Millionen Euro jährlich beinahe doppelt so viel wie Orthomol.

Der Aufsichtsrat hat geschlossen für den Handel mit der Gauselmann Gruppe gestimmt. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 10 Jahren. Ein Sonderkündigungsrecht soll dem Unternehmen erst nach 6 Jahren möglich sein.

In diesem Falle würde Gauselmann 24 Millionen Euro an die Stadt zahlen. Der Konkurrent Orthomol hat dagegen nur 5 Millionen Euro geboten.

Vorteile für Sportvereine und Clubs

Am Samstag, den 25. August, beginnt die Bundesliga-Saison für Fortuna Düsseldorf. Bis dahin sollen die Umgestaltungsarbeiten am Stadion abgeschlossen sein. Anstatt des ESPRIT Labels wird die Merkur Sonne das Stadion zieren.

Ab August wird die Gauselmann Gruppe mehrere Institutionen fördern. Für die Stadt Düsseldorf bedeutet der Deal mit dem Glücksspielunternehmen, dass die Arena in Kürze schuldenfrei sein wird.

Dazu äußerte sich Burkhard Hintzsche, Stadtdirektor und Geschäftsführer der Arena:

„Zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt wird die Arena in absehbarer Zeit schuldenfrei und wirtschaftlich betrieben werden. Mit dem Sponsoring für die DEG, die Panther, die Rhein Vikings, die Damenmannschaft des Düsseldorfer Hockeyclubs, für den Frauenfußball und das Olympiateam Tokio wird die Entwicklung des Leistungssports dauerhaft gesichert.“

Der Erbau der Arena schlug mit 218 Millionen Euro zu Buche. Die Kredite wären anfänglich bis 2010 gelaufen. Der neue Vertrag könnte es ermöglichen, dass die Schulden in drei bis vier Jahren getilgt werden könnten.

Die Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft (DEG) wird ab August neue Trikots mit dem Logo von XTiP, dem Tochterunternehmen für Sportwetten der Gauselmann Gruppe, tragen. Der Eishockey-Verein wird mit 350.000 Euro gesponsert.

Gesponsert werden auch die Düsseldorfer Panther und die Rhein Vikings. Gauselmann unterstützt weiterhin die geplante Handball Veranstaltung, die im ISS-Dome stattfinden wird.

Unterm Strich profitieren 40 Athletinnen und Athleten in 10 Sportarten von dem Deal. Für Hintzsche bedeutet dies auf lange Sicht eine sehr gute Perspektive für die Entwicklung des Leistungssports.

Martin Ammermann, Stadtdirektor und Sportdezernent, schließt sich Hintzsche an und sagte, dass das Engagement privater Sponsoren essenziell für die Top-Athletinnen und Athleten sei und einen wichtigen Baustein für deren zukünftigen Erfolge darstelle.

Auch Paul Gauselmann, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Gauselmann Gruppe, äußerte sich dazu:

„Innerhalb der Gauselmann Gruppe engagieren wir uns bereits seit Jahren für den Profi- und Freizeitsport verschiedenster Art. Wir freuen uns, im Rahmen der Partnerschaft mit der Sportstadt Düsseldorf nun auch die Düsseldorfer Athletenförderung aktiv zu unterstützen.“

Kritische Stimmen zum Deal

Nach Bekanntgabe des Vertragsabschlusses gab es nicht nur positive Reaktionen. Zahlreiche Fans der Fortuna Düsseldorf stellen sich die Frage, ob die Stadt Düsseldorf einen unseriösen Handel eingegangen sein könnte.

Wolfgang Scheffler, Mitglied des Aufsichtsrats, sprach sich gegen derartige Aussagen aus. Er sagte, dass man klar unterscheiden müsse zwischen zwielichtigen Spielhöllen und seriös geführten Unternehmen. Zudem sei das Paket, das geboten wurde, einfach überzeugend gewesen. So etwas habe es noch nie zuvor gegeben.

Düsseldorfer Stadion

Düsseldorfer Stadion wird zur Merkur Spielarena. (Bildquelle: sop-architekten.de)

Kritik wurde auch seitens der FDP geäußert. Dort hieß es, dass die Stadt gerade dabei sei, 30 von 90 Spielhallen zu schließen, wie es der neue Glücksspielstaatsvertrag vorsieht. Daher sei die Partei aufgrund dieses Konflikts gegen den Vertrag mit der Gauselmann-Gruppe.

Manfred Neuenhaus, Fraktionschef der FDP, sagte weiterhin, dass der Name billig sei und nicht zu der Visitenkarte der Stadt passe. Neuenhaus kritisierte weiterhin, dass die Verhandlungen einen Tag nach der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause angesetzt worden seien.

Außerdem hätten die Fraktionschefs und Bürgermeister befragt werden können. Der Name sei auch nicht gut und passe nicht zur Stadt.

Markus Raub, Fraktionschef der SPD, sagte dazu:

„Ich kann mir bessere Sponsoren vorstellen. Aber wir müssen auch aufs Geld schauen. Das heißt nicht, dass der Zweck die Mittel heiligt, aber es gibt auch eine Veltins- oder eine Köpi-Arena, und lächerlich ist der Name auch nicht. Es hat ja auch keiner über die Playmobil-Arena in Fürth gelacht.“

Sportwetten und Profi-Sport gehören zusammen

Sportwetten stehen in enger Verbindung mit dem professionellen Sport. Trotz aller Kritik ist das ein Faktum, das sich nicht verleugnen lässt. Schließlich prangte am Trikot von Hertha BSC das Logo von Bet-at-Home. Der Sportwetten-Anbieter zählte zu den Hauptsponsoren des Berliner Fußballvereins.

Auch namhafte Sportler werben für Sportwetten. Beispielsweise nahm der Fußballspieler Lukas Podolski im März seine Aufgabe als Markenbotschafter für den Sportwetten-Anbieter XTiP in Angriff.

Die Spieler des MSV Duisburg tragen auf ihren Trikots bereits das Logo von Gauselmanns Tochterunternehmen XTiP, die DEG wird es den Duisburgern in Kürze gleichtun.