Gaming-Boom: Umsätze in Deut­schland wachsen 2021 um 17 %

Veröffentlicht am: 13. April 2022, 11:07 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. April 2022, 11:37 Uhr.

Die deutsche Videospiel-Szene erlebt derzeit rosige Zeiten. Das belegt ein Marktbericht, den game, der Verband der deutschen Games-Branche, Anfang der Woche veröffentlichte. Diesem zufolge wuchsen die mit Gaming erwirtschafteten Umsätze in Deutschland im vergangenen Jahr um 17 %.

Gaming-Controller
Die Gaming-Umsätze legten 2021 stark zu (Bild: Pixabay)

Nach Angaben von game seien die Umsätze mit Games und der entsprechenden Hardware sowie Online-Einnahmen 2021 auf rund 9,8 Mrd. Euro gestiegen. Noch 2020 hätten diese laut der von den beiden Marktforschungsunternehmen GfK und data.ai ermittelten Daten bei 8,3 Mrd. Euro gelegen.

Langfristiges Wachstum

Mit dem zweistelligen Plus habe die Gaming-Branche dem Verband zufolge ihre beeindruckende Wachstumsgeschichte fortsetzen können. Schon 2020 seien die Einnahmen im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 um 32 % in die Höhe geklettert.

game-Geschäftsführer Felix Falk erklärte:

Nach dem historischen Wachstumssprung 2020 konnte der deutsche Games-Markt auch 2021 weiter stark zulegen. Das zeigt auch: Diejenigen, die Games während der Lockdowns erstmals für sich entdeckt haben, finden auch langfristig Gefallen daran.

So hätten deutsche Gamer „zum wiederholten Male“ erheblich in ihre Spiele-Ausstattung investiert, um ihre Lieblingsspiele in bestmöglicher Qualität genießen zu können.

Viele Wachstumstreiber

Zu den Wachstumstreibern habe die insgesamt hohe Nachfrage nach Gaming-Hardware gezählt. In diesem Bereich seien es vor allem Spielekonsolen (23 %) gewesen, die für den Umsatzsprung gesorgt hätten. Auf den Bereich seien 2021 Einnahmen von 3,6 Mrd. Euro entfallen.

Auch Zubehör wie Grafikkarten, Tastaturen und Mäuse sowie Monitore und VR-Headsets für den Gaming-Einsatz hätten sich überproportional gut entwickelt. Hier sei der Umsatz um 22 % auf rund 1,5 Mrd. Euro in die Höhe gestiegen.

Das Wachstum bei der Hardware hätte nach Auskunft von Falk sogar noch höher ausfallen können. Die Nachfrage dafür sei da gewesen, allerdings sorgten der weltweite Chipmangel und Lieferketten-Probleme dafür, dass für die kaufwilligen Kunden nicht immer genug Geräte verfügbar waren.

Bei den Ausgaben für Spiele konnte game ebenfalls ein Plus vermelden. Diese hätten um etwa 19 % zulegen können. Mit einem Anstieg um 30 % seien In-Game- und In-App-Käufe bei Free-to-Play-Spielen wie FIFA oder Fortnite besonders stark gewachsen.

Einziger Wermutstropfen in dieser Erfolgsgeschichte sei die Entwicklung bei Game-Käufen und -Abos. Diese Segmente seien entgegen dem Trend um 11 bzw. 9 % geschrumpft. Auch Online-Dienste wie Cloud-Services seien mit 4 % relativ schwach gewachsen. Trotzdem stelle der gesamte Software-Bereich mit über 5,4 Mrd. Euro weiterhin den Löwenanteil im Gaming-Markt.

Für die Zukunft zeigt sich der Verband zuversichtlich. Es deute derzeit wenig auf ein Ende des Gaming-Booms hin. Ob der Optimismus berechtigt ist, werden die kommenden Umsatzzahlen zeigen.