Großbritannien: GambleAware startet Pilotprojekt für stationäre Spielsucht-Therapie

Veröffentlicht am: 11. Januar 2022, 01:51 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 11. Januar 2022, 01:51 Uhr.

Die Spielerschutz-Organisation GambleAware hat ein dreijähriges Pilotprojekt für die stationäre Behandlung von Glücksspielsucht gestartet. Wie die Organisation in ihrem gestrigen Pressestatement [Seite auf Englisch] erklärt, fokussiere sich das Projekt vor allem auf Spielsüchtige, die gleichzeitig mit anderen Süchten zu kämpfen hätten.

Arzt und Patientin im Gespräch
GambleAware startet Pilotprojekt für stationäre Spielsucht-Therapie (Bild: stocksnap/CC0 Creative Commons)

GambleAware kooperiere dazu mit den beiden etablierten Suchthilfe-Einrichtungen Adferiad Recovery und Gordon Moody. Die Therapieeinrichtungen hätten sich mit Erfolg um die Kooperation mit GambleAware und die damit einhergehenden Fördergelder beworben.

Im April 2021 hatte GambleAware seine „5-Jahres-Strategie“ vorgestellt. GambleAware vergibt im Rahmen dieser mehrere Millionen GBP an Fördergeldern für Hilfsorganisationen mit unterschiedlicher Spezialisierung. Im November unterstützte GambleAware die schottische Organisation Fast Forward, welche der Forschung von Spielsucht bei Frauen nachgeht. Im Dezember erhielten die beiden Forschungs-Unternehmen Ipsos MORI und ClearView Research 300.000 GBP für die Erforschung von Spielsucht unter ethnischen Minderheiten in Großbritannien. Ein Großteil der GambleAware zur Verfügung stehenden Gelder stammt aus den freiwilligen und verpflichtenden Spenden der Glücksspiel-Anbieter.

Überzeugt hätten die Einrichtungen mit ihrem gemeinsamen Konzept, welches den Menschen in den Mittelpunkt stelle, ein klares Ziel verfolge und auf einem starken Fundament basiere. Die Patienten sowie auf Wunsch auch Angehörige oder enge Bezugspersonen würden in die Therapie-Planung einbezogen und gäben das Tempo vor.

Gleichzeitig werde die Therapie von einem „robusten“ Klinikmanagement und angemessenen Schutzmaßnahmen begleitet.

Die erste Kombinations-Therapie für Spielsucht und Substanz-Abhängigkeit

Der Behandlungsansatz sei dabei der erste seiner Art. So sei die stationäre Therapie besonders für all jene geeignet, die sowohl unter Spielsucht als auch unter einer substanzbasierten Sucht, zum Beispiel Alkoholismus, litten.

Während jeder Patient eine individualisierte Behandlung erfahre, basiere diese grundsätzlich auf drei Prinzipien:

  • Medizinisch begleitete Entgiftung
  • Akute psychologische Betreuung
  • Rehabilitation vom Glücksspiel

Wie Anna Hargrave, CCO von GambleAware, erklärt, habe das Konzept von Adferiad Recovery und Gordon Moody die Organisation in vielerlei Hinsicht überzeugt:

Wir freuen uns, diesen beiden hocherfahrenen Organisationen die Fördergelder bereitzustellen und sehen dies als einen wichtigen Schritt, um den Umfang und die Effizienz des National Gambling Treatment Service zu verbessern, damit noch viel mehr Menschen die Hilfe und Unterstützung erhalten, die sie benötigen.

So bemühten sich die Einrichtungen insbesondere auch darum, mit den sogenannten „schwer erreichbaren Gruppen“ in Kontakt zu treten. Das umfasse insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen und jüngere Menschen.